Italien: Ladinische Täler in den Dolomiten Italien: Ladinische Täler in den Dolomiten

Italien: Ladinische Täler in den Dolomiten

Dolomiten: unterwegs mit dem Rennrad auf einsamen Wegen

Heidi Schmidt am 31.07.2015

Die Dolomiten sind bekannt für ihre spektakulären Berge und die ebenso schönen wie vielbefahrenen Passstraßen, die sich drumherum schlängeln. Weniger bekannt ist, dass sich zwischen den Gebirgsstöcken auch einsame Wege verstecken.

Pustertal. Wieder rauscht ein Laster am Rennradler vorbei. Die Straße ist für das, was dort alles durch muss, etwas zu eng und etwas zu kurvig: Einheimische, Touristen, und was sie zum Leben brauchen. Trotzdem ist sie für kurze Zeit die bessere Alternative. Der Radweg nebenan verläuft nämlich in kompliziertem Zickzack durchs Tal – und nach hundert Kilometern feinstem, aber anstrengendem Dolomitengeschraube ist man froh, ein paar Kilometer Gas geben zu können. Also: die Scheuklappen auf und durch.

Auch die besten Gebietskenner machen das so – zum Beispiel Roman Erlacher. Die ladinischen Täler, die südlich des verkehrsreichen Pustertals liegen, sind seine Heimat. Er wohnt im Gadertal, das vom Pustertal in die zauber­hafte Bergwelt der Dolomiten führt. Es ist eine Welt aus schroffem Fels, lieblichen Wiesen und sich mühsam hindurchwindenden Straßen. Seit mehr als 25 Jahren kurbelt Erlacher durchs Hochgebirge, und das sieht man dem 56-Jährigen auch an: Als sei nichts dabei, nimmt der zähe Hund einen 2.000-Meter-Pass nach dem anderen. Früher habe es in seiner Region gerade einmal zwei andere Rennradfahrer gegeben, erzählt er. Heute teilt der Hotelier seine Passion mit vielen anderen und zeigt seinen Gästen gern auch die versteckten Straßen.

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Nur der Freilauf von Romans Rennrad surrt

Zum Beispiel in seinem Heimat-Tal. Ein Tal, eine Asphaltstraße – so kennen viele die Dolomiten. Erlacher weiß es besser. Das einzige, was er hört, wenn er im Gadertal auf einer schmalen Straße durch dichten Nadelwald rollt, ist der Freilauf seines Rades. Kein Auto, kein Lastwagen, kein Motor­rad. Rechts geht es steil bergab, links steil bergauf, nach vorne wellig dahin. Der Verkehr ballt sich ein paar Höhenmeter tiefer, wo sich auf der Staatsstraße ein Auto ans nächste reiht. Oben dagegen stören Erlacher nicht ­einmal Fußgänger, trotz der vielen Wanderschilder begegnet er meist kaum einem Menschen. Später lösen sanfte Wiesen die Bäume ab, und am Horizont ragen schroffe Felszacken in den Himmel.

Das ist aber nichts im Vergleich zu den spektakulären ­Pässe-Panoramen, wie zum Beispiel am Grödnerjoch. Dort oben windet sich zwar wirklich nur eine Straße durch die Almwiesen, aber auch die anderen – die Motorrad­fahrer, Autos, Busse – schrumpfen auf der riesigen Naturbühne vor den mächtigen Felswänden scheinbar ebenso wie der kleine Fahrradfahrer. Die Kulisse aus Dolomit- und Kalkgestein verschluckt ihn förmlich. "Famoso", schnauft Erlacher und tritt kräftig weiter. "Famoso", das sind für den Mann aus St. Vigil eindeutig auch die 18 Kilometer Abfahrt vom Valparola- über den Falzaregopass hinunter nach Cortina d’Ampezzo – mit der traumhaften Aussicht vom Valparola zur schnee bedeckten Marmolata, dem mit 3.343 Metern höchsten Berg der Dolomiten. 

Den gesamten Reisebericht und die GPS-Daten zu diesen Touren finden Sie unten als Download:

• Tour 1: Rund um den Kronplatz (48  Kilometer, 1.400  Höhenmeter, max.  16 %  Steigung)
• Tour 2: Geheimrunde - Auf versteckten Straßen (82  Kilometer, 2.000  Höhenmeter, max.  15 %  Steigung)
• Tour 3: Drei-Zinnen-Runde (133  Kilometer, 2.400  Höhenmeter, max.  15 %  Steigung)
• Tour 4: Würzjoch und Grödner Joch (127  Kilometer, 2.900  Höhenmeter, max.  17 %  Steigung)

TOUR Titel 07/2015

Den gesamten Artikel mit Infos zur Komfortgeometrie, dem Weg zum richtigen Rahmen und allen Testergebnissen im Überblick finden Sie in TOUR 7/2015: Heft bestellen->   TOUR IOS-App->   TOUR Android-App->

Heidi Schmidt am 31.07.2015