Monte Zoncolan Monte Zoncolan

Die härtesten Anstiege Europas: Der Monte Zoncolan

Steil, steiler, Monte Zoncolan

Jörg Wenzel, Konstantin Rohé am 08.04.2018

Der Superlativ der Bergstraßen führt auf den Monte Zoncolan. Der Skiberg in den Karnischen Alpen war schon mehrfach der schwerste Anstieg im Giro. TOUR war vorab mit dem Rad am Berg der Berge.

Schon die nackten Daten dieser Himmelsleiter klingen teuflisch: Der zehn Kilometer lange Anstieg auf den 1.730 Meter hohen Zoncolan überwindet 1.203 Höhenmeter, von Kilometer zwei bis sieben beträgt die durchschnittliche Steigung 15,3 Prozent, an zwei Stellen müssen Radler 20 und 22 Prozent steilen Rampen trotzen. Wir waren gewarnt und technisch gerüstet: mit Dreifach-Kettenblatt (kleinste Übersetzung: 30/27) beziehungsweise mit 34er-Blatt an der Kompaktkurbel und 29er-Ritzel. Nach dem Abzweig in Ovaro windet sich die Straße sanft durch den Ort, aber schon an den letzten Häusern geben uns mehr als elf Prozent Steigung einen Vorgeschmack auf den schweren Hauptgang. Vor Liariis verf lacht die Straße. Wir müssen im Ort vom Rad: Arbeiter asphaltieren die Straße neu für den Giro. Die Strecke vom Gipfel bis Liariis ist schon fertig, jetzt folgen die letzten 1,5 Kilometer hinunter nach Ovaro.

Nach dem Ort beginnt die „Strada al Zoncolan“ – 8,2 Kilometer, die man großen Kletterern des Giro gewidmet hat: Alle paar hundert Meter ist eine große Tafel mit ihren Konterfeis installiert. 18 an der Zahl, von Ottavio Bottecchia bei Kilometer null bis Gilberto Simoni bei Kilometer 7,6. In den Jahren 2003, 2007, 2010, 2011 und 2014 war der Berg bereits Etappenziel des Giro d’Italia. Gilberto Simoni konnte die Etappe 2003 und 2007 für sich entscheiden, 2010 gewann Ivan Basso, 2011 Igor Antón als erster Nicht-Italiener und 2014 Michael Rogers. 2018 bildet der Zoncolan das knüppelharte Finale der 14. Etappe am 19.Mai, die in San Vito al Tagliamento beginnt und auf 181 Kilometern Länge zunächst vier kleine Bergwertungen bereithält.

Die Routenbeschreibung finden Sie im gratis PDF-Download.

Jörg Wenzel, Konstantin Rohé am 08.04.2018