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Nordirland für Rennradler

Irlands Norden: wenig Rennradfahrer, viel Grün

Klaus Tödt-Rübel am 30.04.2015

Wer in Irlands Norden reist, sollte Wind und Regen lieben ... wobei auf einen Schauer meist mehrmals täglich die Sonne folgt und die oft menschenleere, archaische Landschaft mit ihrem milden Licht verzaubert.

Die Grafschaft Donegal im äußersten Nordwesten Irlands ist Teil der Republik Irland. Historisch zwar zur Provinz Ulster gehörend, wurde das arme katholische Donegal 1921 anlässlich der Teilung Irlands als einzige Grafschaft der Provinz nicht dem britischen, mehrheitlich protestantischen Nordirland zugeschlagen, sondern dem Freistaat. Malin Head auf der Halbinsel Inishowen ist der nördlichste Punkt Irlands. Letterkenny, Ausgangspunkt unserer Touren am River Swilly, ist mit seinen 17.000 Einwohnern die größte Stadt der Grafschaft. Deren etwa 1.200 Kilometer lange Atlantikküste besteht aus windumtosten Halbinseln, tief ­ein­geschnittenen Buchten (Lough Swilly, Lough Foyle), hohen ­Klippen (Slieve League, Horn Head) und wunderschönen, ­ein­samen Stränden. Die Blue Stack und die Derry Veagh ­Mountains sind durchzogen von langen, schmalen Tälern und erreichen ­Höhen von über 600 Meter. Höchster Berg ist der ­Errigal Mountain (751 Meter). 

Im Inneren Donegals geht’s permanent auf und ab. Als "rolling roads", charakterisiert Sky-Profi Philip Deignan aus Letterkenny das Revier, in dem er als Jugendlicher seine Liebe zum Rennrad entdeckte. Steigungen im zweistelligen Bereich sind keine Seltenheit, aber nur von kurzer Dauer. Unsere Touren überschreiten nur gelegentlich die Höhe von 200 Metern, etwa an Muckish Gap, Cark Mountains, Derryveagh Mountains, Lough Salt. Die Vielzahl der Anstiege, oft gepaart mit heftigem Gegenwind und Regen, zehren aber an den Kräften. Die Haupt­straßen sind in sehr gutem Zustand, der motorisierte ­Verkehr hält sich in erträg­lichen Grenzen. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Manche Iren würden eher für ein Schaf bremsen als für einen Radler, erzählte man uns augen­zwinkernd. Die Nebenstraßen sind schmal, ihr Belag ist rau, die Pfützen in den Schlag­löchern sind von rätselhafter Tiefe und zwischen den Fahrspuren ­wuchern stellenweise Moos und Gräser. Und: In Irland herrscht Linksverkehr!

Die GPS-Daten zu diesen Touren finden Sie unten als Download:

• Tour 1: Durchs Innere von Donegal (107  Kilometer, 1.360  Höhenmeter, max. 14 %  Steigung)
• Tour 2: Atlantikküste (128  Kilometer, 1.450  Höhenmeter, max. 13 %  Steigung)
• Tour 3: Kletterpartie zum Lough Salt (108  Kilometer, 1.320  Höhenmeter, max. 17 %  Steigung)
• Tour 4: Leuchtturm am Fanad Head (113  Kilometer, 1.330  Höhenmeter, max. 14 %  Steigung)

TOUR Titel 4/2015

Den gesamten Artikel mit Infos zur Komfortgeometrie, dem Weg zum richtigen Rahmen und allen Testergebnissen im Überblick finden Sie in TOUR 4/2015: Heft bestellen->   TOUR IOS-App->   TOUR Android-App->

Klaus Tödt-Rübel am 30.04.2015