Europa sonstige

Flugreisen mit Rad

Petra Sippel am 11.11.2010

Verpackt, versichert, eingecheckt: die besten Infos und Tipps, wie Ihr Renner unbeschadet jeden Flug übersteht, was der Transport kostet und was Sie tun können, falls das Rad doch einmal beschädigt wird.

Der Winter hat das Land noch nicht mal im Griff, und schon schlägt einem der Blues aufs Gemüt: Sturmhaube, Winterjacke und Überschuhe – brrrr! Radler, die dem Grau entfliehen möchten, steigen meist ins Flugzeug Richtung Mittelmeer oder Kanaren. Vor der Abreise heißt es dann: Ich packe meinen Koffer und nehme mit: ... mein Rad? Dieses zählt bei allen Fluggesellschaften als Sport- oder Übergepäck, für das man in der Regel einen Pauschalpreis pro Einzelstrecke entrichten muss (siehe Tabelle S. 118). Wenn nicht ohnehin Koffer oder Kartons Vorschrift sind, wie etwa bei Easyjet oder Swiss, schreiben die Fluglinien vor, dass zumindest der Lenker eingeschlagen montiert wird, die Pedale abgeschraubt sind und das Rad mit Luftpolsterfolie oder ähnlichem verpackt ist. Diese Sparversion entpuppt sich aber häufig als schlechte Idee, weiß Jan Cramer aus Hamburg. Der 43-Jährige verreist seit einem Vierteljahrhundert mit dem Rad: Mit dem Reiserad entdeckt er ferne Länder, mit dem Renner fliegt er ins Trainingslager. Nicht immer hat er sein Gefährt am Zielflughafen so wiederbekommen, wie er es eingecheckt hat: “Gerade in exotischen Ländern haben die Flughafenarbeiter keine Vorstellung davon, wie teuer so ein Rad sein kann”, sagt Cramer, an dessen in Luftpolsterfolie verpacktem Reiserad auch schon mal die Stahlgabel verbogen war. Bei seinem Carbonrenner möchte er das nicht riskieren und verschickt ihn deshalb nur im Spezialkoffer – denn die Hartschalen schützen auch vor rabiatem Umgang durch das Bodenpersonal.

Der beste Schutz

Radkoffer folgen alle dem gleichen Prinzip: Zwei Halbschalen aus Kunststoff umschließen das mehr oder weniger zerlegte Rad (wie man’s macht, sehen Sie auf der nächsten Seite). Die Laufräder sind besonders geschützt, ruhen je nach Koffermodell hinter Schaumstoffeinlagen, in extra Fächern oder mitgelieferten Taschen. Einen guten Koffer bekommt man ab 170 Euro. Wer häufiger mit Rad verreist, für den lohnt sich diese Investition. Wer nicht so viel Geld für einen Radkoffer ausgeben möchte, kann den Renner auch in einen Transport-Karton stecken. Der etwas sperrige “Bike Travel Safe” (125 x 30 x 85 cm) von Rose-Versand beispielsweise wiegt sechs Kilo und kostet 35,50 Euro. Das Kettenblatt liegt darin geschützt über dem Boden, die Laufräder stecken in einem separaten Fach. Nach unseren Erfahrungen übersteht der Pappkoffer mehrere Reisen – es sei denn, er wird auf dem Rollfeld nass; dann weicht er schnell durch. Am Karton lassen sich per Spanngurt Rollen befestigen – praktisch für kurze Strecken am Flughafen.

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So kommt das Rad in den Koffer

Radtransport im Flugzeug - die Tabelle finden Sie unten im PDF-Download.

Petra Sippel am 11.11.2010