© Robert Kühnen

Aero-Renner 2012 im Windkanal

Die alte Gleichung „leichter gleich besser“ gilt nicht mehr: Immer ­mehr Rennradhersteller setzen auf Aerodynamik statt auf extremen ­Leichtbau und nehmen dafür sogar Einbußen bei Gewicht, Steifigkeit und Komfort in Kauf. Der aktuelle Windkanaltest bewertet den ­Luftwiderstand erstmals gleichberechtigt neben den mechanischen Messwerten – mit überraschenden Ergebnissen.

„Die Tage von Rennradrahmen mit rundem Querschnitt sind ­gezählt.“ Mit dieser provokanten These wirbt neuerdings der Schweizer Fahrradhersteller Scott für sein Premium-Modell Foil. Brisant ist dabei nicht nur die Aussage als solche, sondern auch, wer sie trifft. Gut ein Jahrzehnt lang war Scott in Sachen Leichtbau der Hersteller, an dem sich ein Großteil der Branche orientierte. Noch immer steht der 2006 vorgestellte Addict ­
von Scott mit 816 Gramm als drittleichtester je ­getesteter ­Serienrahmen in der TOUR­-Datenbank. Statt das Modell ­jedoch weiterzuentwickeln, ­ließen die Schweizer das Addict 2011 auslaufen – zugunsten des unter aerodynamischen Gesichts­punkten entwickelten Foil.

Weg von der reinen Leichtbau-Lehre, hin zur Aerodynamik: Mit dieser Neuausrichtung geht Scott durchaus ein Risiko ein. Anders als bei Gewicht und Steifigkeit sind Aussagen zur Aerodynamik schwer zu über­prüfen. Bislang berücksichtigt kein ­bekanntes Testverfahren angemessen die ­aerodynamische Qualität von Rennrad­rahmen. Nach gängigen Maßstäben, die nach dem Vorbild des TOUR-Tests die mechanischen Qualitäten bewerten, schneidet das Foil sogar schlechter ab als sein Vor­gänger, denn es ist knapp hundert Gramm schwerer. Wo, bitte, bleibt da der Fortschritt? 

Die Testergebnisse der Aero-Renner finden Sie unten als PDF-Download.

Das Video über den Windkanaltest finden Sie hier:

.

Twitter
Text: Thomas Musch
15.02.2012

Download

Aero-Renner 2012 im Windkanal

  • Aero Test heft 02/2012
    Aero-Renner 2012 im Windkanal

    Die alte Gleichung „leichter gleich besser“ gilt nicht mehr: Immer ­mehr Rennradhersteller setzen auf Aerodynamik statt auf extremen ­Leichtbau und nehmen dafür sogar Einbußen bei Gewicht, Steifigkeit und Komfort in Kauf. Der aktuelle Windkanaltest bewertet den ­Luftwiderstand erstmals gleichberechtigt neben den mechanischen Messwerten – mit überraschenden Ergebnissen.

    mehr

  • Centurion Megadrive 4200 2012: Centurion Megadrive 4200 2012
    Centurion Megadrive 4200

    Fahrstabiler, komfortabler, individueller Rahmen mit durchschnittlicher Aero-Performance. Um den Aero-Vorteil gegenüber konventionellen Rahmen auszuspielen, bräuchte das Rad andere Laufräder.

    mehr

  • Cervélo S5 VWD 2012: Cervélo S5 VWD 2012
    Cervélo S5 VWD

    Schnell, eigenständig, leicht, teuer: Das S5 VWD zeigt, was in Sachen Aerodynamik derzeit machbar ist. Sehr agiles Lenkverhalten und relativ komfortable Sitzposition.

    mehr

  • Felt AR1 2012: Felt AR1 2012
    Felt AR1

    Superschnell und erstklassig ausgestattet: Der AR-Rahmen behauptet sich gegen namhafte Konkurrenz und zählt weiter zu den aerodynamisch besten Modellen auf dem Markt. Sehr agiles Lenkverhalten.

    mehr

  • Litespeed Archon C1R 2012: Litespeed Archon C1R 2012
    Litespeed Archon C1R

    Litespeed kann nicht nur Titan: formal eigenständiger Außenseiter mit guter Aerodynamik, spektakulärer Optik und knapp unterdurchschnittlicher Fahrstabilität. Rennmäßige Sitzposition.

    mehr

  • Scott Foil Team Issue 2012: Scott Foil Team Issue 2012
    Scott Foil Team Issue

    Scott untermauert den Avantgarde-Anspruch und beweist: Gute Aerodynamik und Leichtbau müssen kein Widerspruch sein. Für die Fahrstabilität gilt der Vorbehalt, dass der Testrahmen ein Vorserienmodell ist.

    mehr

  • Specialized S-Works McLaren Venge 2012: Specialized S-Works McLaren Venge 2012
    Specialized S-Works McLaren Venge

    Blaupause für eine Profi-Maschine anno 2012: super Aerodynamik, Gewicht nah am UCI-Limit, herausragend steif und erlesen ausgestattet. Zum Preis erübrigt sich jeder Kommentar.

    mehr

Das könnte Sie auch interessieren

  • Ghost
    Test Marathonräder 2014: Klasse Komfort

    Bequemer sitzen, mehr Spaß beim Fahren, entspannter ankommen. Weil diese Argumente ­immer mehr Rennradler überzeugen, etablieren sich Marathon­renner mit entschärfter Sitzposition immer deutlicher als eigenständige Gattung im Rennradmarkt. In der Mai-Ausgabe von TOUR haben wir neun attraktive Kandi­daten ­zwischen 3.000 und 3.600 Euro getestet.

    mehr

  • Cannondale Synapse Carbon Hi-MOD 3 Ultegra 2014: Cannondale Synapse Carbon Hi-MOD 3 Ultegra 2014
    Cannondale Synapse Carbon Hi-MOD 3 Ultegra 2014

    Das Cannondale Synapse ist eigenständig, auf Komfort ausgelegt, konsequent ausgestattet, hat eine bergfreundliche Übersetzung, bietet lebenslange Garantie.

    mehr

  • Centurion Gigadrive 4200 Di2 2014: Centurion Gigadrive 4200 Di2 2014
    Centurion Gigadrive 4200 Di2 2014

    Einen relativ sportlicher Rahmen sehen wir beim Centurion Gigadrive, ebenso eine innovative Elektro-Schaltung; leider ist es das schwerste Rad im Test.

    mehr

  • Felt Z3 2014: Felt Z3 2014
    Felt Z3 2014

    Das Felt Z3 hat einen ordentlichen Carbonrahmen mit sehr gutem Komfort am Sattel; leichte Profi-Schaltung mit leichtem Berggang.

    mehr

  • Ghost Race Lector Team 2014: Ghost Race Lector Team 2014
    Ghost Race Lector Team 2014

    Ein technisch überzeugender Rahmen beim Ghost Race Lector Team, der auch unter anderen Marken angeboten wird; das Rad ist kein Sonderangebot.

    mehr

Schlagwörter

AerodynamikWindkanalWindkanal-TesttestAerodynamische StraßenrennräderSpecialized S-Works Venge Mc LarenCervélo S5 VWDFelt AR1Centurion Megadrive 4200Litespeed Archon C1RScott Foil Team Issue

Artikel empfehlen |  Artikel drucken