SRAM enthüllt neue Red-Gruppe
Mit ihrer Vorgängerin hat die neue Red kaum mehr als den Namen gemeinsam. Kein Bauteil blieb unangetastet, alles wurde auf den Prüfstand gestellt und – glaubt man dem Hersteller – leichter und besser.
Komplett überarbeitet wurde die Form der Bremsschalthebel. Die Griffkörper sind stärker tailliert und folgen dem Trend, die Höcker weiter nach oben zu ziehen. Die Griffweiten von Schalt- und Bremshebeln, beide minimal länger als beim Vorgängermodell, sind weiterhin einstellbar. Die Justierung soll nun deutlich leichter vonstatten gehen.
Die vielleicht wichtigste Änderung betrifft die Funktion des vorderen Umwerfers, der bei der alten Red oft kritisiert wurde. Der Umwerferkäfig besteht nicht mehr aus Titan, sondern innen aus Stahl, außen aus Aluminium. Er soll deutlich steifer sein als bisher und beschreibt beim Schwenk nun einen Bogen. Auf eine Trimmfunktion wurde deshalb komplett verzichtet. Interessant: Bei der Anlötversion soll künftig ein integrierter Kettenfänger Kettenabwürfe vermeiden.
Bei den neuen Bremsen gab SRAM das Dual-Pivot-Prinzip auf. Stattdessen soll ein mechanischer Bremskraftverstärker für verbesserte Bremsleistung und optimale Dosierbarkeit sorgen. Ein Augenmerk bei der Überarbeitung lag zudem auf einer optimierten Aerodynamik der Bremskörper.
Beim Tretlager konnte durch hohle Carbon-Kurbeln eine beträchtliche Gewichtseinsparung erzielt werden. Versteifte Kettenblätter sollen zudem die Schaltfunktion verbessern. Neben einer superleichten Kurbelgarnitur für BB30-Innenlager gibt es weiterhin eine Version für konventionelle BSA-Gewinde-Tretlager. Beide Varianten sind auch mit dem SRAM-eigenen Quarq-Powermeter erhältlich.
Anders als die für die zweite Jahreshälfte angekündigte neue Dura-Ace-Gruppe von Shimano und die Topgruppen von Campagnolo, die jeweils über elf Ritzel verfügen, baut SRAM bei der Red auch weiterhin auf zehn Ritzel. Die acht mittleren Ritzel wurden aus einem vollen Stahlblock gefräst, das größte Ritzel besteht aus Gewichtsgründen aus Aluminium. Elastomere zwischen den Ritzeln sollen die Geräuschentwicklung auf ein Minimum reduzieren.
Während Shimano und Campagnolo zuletzt mit elektronischen Schaltsystemen für Aufsehen sorgten, setzt SRAM bei der Red weiter auf mechanische Schalttechnik. Eine echte Revolution kündigt das US-Unternehmen dafür für den kommenden Herbst an. Bis dahin sollen zwei hydraulische Bremsen für die Red-Gruppe marktreif sein: Eine Scheibenbremse und eine Felgenbremse. Passend dazu soll es neue Bremsschalthebel mit integriertem Hydraulik-Zylinder geben.
| Gewicht in Gramm | Preis in Euro | |
| Schalthebel | 280 | 550 |
| Schaltwerk | 145 | 308 |
| Umwerfer | 74 | 118 |
| Kurbel* | 557 | 425 |
| Innenlager* | 53 | 211 |
| Bremsen | 240 | 302 |
| Kassette** | 135 | 289 |
| Kette | 255 | 75 |
| 1.739 | 2.278 | |
| Kurbel mit Quarq-Powermeter** | 778 | 1.725 |
| GXP-Kurbel für BSA | 609 | 388 |
| GPX-Innenlager für BSA | 197 | 105 |
| *BB30, 53/39 Z.; ** 11-23 Z. |
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