© Markus Greber
Schaltwerk mit Rucksack: Unter der Abdeckung sitzt der Stellmotor, zum Schutz vor Nässe zusätzlich gekapselt

Dauertest Shimano Ultegra Di2

Die Ultegra Di2, Shimanos neue Komponentengruppe, soll den Luxus einer elektrischen Schaltung bezahlbar machen. Doch bietet sie die gleichen Qualitäten wie die Dura-Ace Di2?

Gut zwei Jahre ist es her, dass Shimano die Kettenschaltung ein weiteres Mal revolutionierte: Die elektrische Dura-Ace Di2 schlug ein wie 1989 die ersten STI-Schaltbremsgriffe. Schnell verbreitete sie sich im Profisport, wo sie vor allem in den Spezialdisziplinen Zeitfahren und Cross ihre Vorteile ausspielt. Aber auch für technikbegeisterte Hobbysportler ist eine elektrische Schaltung inzwischen das Maß der Dinge. Selbst hartnäckige Shimano Verweigerer lassen sich immer öfter von der genialen Funktion und überragenden Zuverlässigkeit der Di2 überzeugen. Befürchtungen, das Rad würde durch die elektrischen Bauteile unnötig kompliziert und anfällig, verschwanden schnell, denn die Di2 funktionierte von Anfang an fehlerlos.

Die TOUR-Redaktion erreichte bisher keine Meldungen von versagenden Akkus, Kabelbrüchen oder ausfallenden Elektronikbauteilen. Auch unsere Dauertestgruppe, eine Dura-Ace Di2 der ersten Stunde, die an etliche Räder geschraubt, von vielen Fahrern genutzt und in einigen Wettkämpfen eingesetzt wurde, funktioniert wie am ersten Tag. Selten gab es ein Produkt, das derart ausgereift auf den Markt kam wie dieses. Die Dura-Ace Di2 hat nur einen Nachteil: Sie ist teuer.

Eine Ultegra-Version soll das nun ändern. Wenn eine Ultegra Di2 die gleichen Vorteile nun zum halben Preis bieten kann, würde das wohl den endgültigen Durchbruch für die Elektroschaltung am Rennrad bedeuten. Doch kann die neue Ultegra das Versprechen halten? Prototypen konnten wir bereits Anfang August bei der Präsentation im schweizerischen Aigle im Fahrbetrieb ausprobieren.

Das Fazit der ersten Testfahrten: Funktional ist kein Unterschied zur Dura-Ace spürbar. Die ersten fahr- und testbaren Seriengruppen wurden dann Mitte August aus Japan eingeflogen, eine wurde schnurstracks in die TOUR-Redaktion geliefert. Der erste Eindruck der taufrischen elektronischen Bauteile: etwas weniger ausgefeilte Optik, geänderte Kabel und Anschlüsse, ansonsten auf den ersten Blick technisch identisch mit der Dura-Ace. Echte „Sparmaßnahmen“ finden sich erst bei genauem Hinschauen. Es sind, wie so oft, vor allem Kleinigkeiten wie Oberflächen-Finish und Einsatz preiswerterer Materialien, die den Unterschied zur Dura-Ace ausmachen. Dennoch wirken die Komponenten insgesamt so hochwertig und solide, wie man es von einer Ultegra gewohnt ist.

Die Testergebnisse dieser Modelle finden Sie unten im PDF-Download:
• Shimano Dura-Ace Di2
• Shimano Dura-Ace
• Shimano Ultegra Di2
• Shimano Ultegra

Dauertest im TOUR Labor: Diese Apparatur betätigt und zählt die Schaltvorgänge mit einer Di2 – so lange, bis der Akku leer ist
Dauertest im TOUR Labor: Diese Apparatur betätigt und zählt die Schaltvorgänge mit einer Di2 – so lange, bis der Akku leer ist
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Text: Jenz Klötzer
17.10.2011

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