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Rennrad gebraucht kaufen - die besten Tipps

Rennrad aus zweiter Hand

Kristian Bauer am 03.01.2017

Ein gebrauchtes Rennrad verspricht den preiswerten Einstieg in die Welt der schmalen Reifen. TOUR gibt Tipps, wo man am besten sucht, was man gebraucht kaufen kann und worauf man beim Gebrauchtkauf achten muss

Beim Blick auf die Preisschilder der neuesten Rennräder verfliegt bei manch einem die Kauflaune: Muss man wirklich Tausende von Euro ausgeben, um am Wochenende mal auf schmalen Reifen elegant über die Landstraße zu ­jagen? Wer auf dem Konto keine großen Reserven hat, könnte nach dem ersten Marktüberblick nur eine Lösung sehen: ein gebrauchtes Rennrad kaufen. Für Einsteiger kann dies der beste Weg sein, um zu testen, ob einem die schmalen Reifen wirklich taugen.

TIPPS FÜR DEN GEBRAUCHT-KAUF

Nur von seriösen Verkäufern kaufen
Niemand will Hehlerware, einen gefälschten Rahmen aus China oder ein Rad mit Unfall-schaden kaufen. Da hilft es nur, den Verkäufer kritisch zu beurteilen. Beispiel bei Ebay: Ist das Angebot verdächtig günstig? Sitzt der Anbieter in einem weit entfernten Land? Was hat der Ver-käufer bisher angeboten bzw. an Bewertungen bekommen? Auf www.bikesale.de ist die Identität von Verkäufern verifiziert – das Unternehmen arbeitet auch mit der Polizei zusammen.

Belege erfragen
Gibt es den Original-Kaufbeleg oder einen Nachweis für Service-Arbeiten?

Probe fahren
Der beste Weg, um Mängel zu entdecken und
zu schauen, ob das Rad passt. Hilft auch, den Verkäufer einzuschätzen. Und: Nehmen Sie einen Freund mit, der sich auskennt.


Surftipps

Wo gebrauchte Räder gehandelt werden

DAS PERFEKTE EINSTEIGERRAD

Alu oder Carbon?
Grob vereinfacht kann man sagen: Räder mit Aluminium-Rahmen sind etwas schwerer aber robuster als solche mit Carbonrahmen – Ausnahmen bestätigen die Regel. Beulen im Metall sieht man und kann auch bewerten, wie schlimm sie sind; bei Carbon sind Schäden nicht so leicht zu entdecken, deshalb ist es wichtig, die Vorgeschichte des Rades zu kennen

Schaltung und Bremsen
Drei Hersteller – Shimano, Campagnolo und SRAM – dominieren den Markt, in dieser Reihenfolge. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie man ihre Schaltungen bedient

Preiswerte Räder sind oft nicht sortenrein ausgestattet: Die Hersteller kombinieren eine nominell teurere Gruppe mit Teilen aus günstigeren Gruppen desselben Herstellers oder mit No-Name-Produkten. Die billigeren Teile funktionieren neu meistens annähernd gleich gut, sind aber schwerer und halten nicht so lange. Seit etwa 2014 tragen die meisten neuen Rennräder Schaltungen mit elf Ritzeln. Für ältere Zehnfach-Gruppen sind Ersatzteile überall verfügbar, bei Neunfach und Achtfach wird es schwieriger.

Welche Rahmenhöhe?
Diesen Wert müssen Sie kennen. Die Faustregel lautet:
Innenbeinlänge (cm) x 0,69 = Rahmenhöhe (cm). Warum die Rahmenhöhe – zum Beispiel bei sehr großen oder sehr kleinen Menschen – von dieser Faustformel abweichen kann, finden Sie hier genau erklärt.

Und die Laufräder ?
Schwerere Fahrer (ab 80 Kilo) sollten auf robuste und absolut intakte Laufräder achten. Ein Erkennungszeichen für stabile Laufräder sind mehr Speichen, etwa im Vorderrad 20 (oder mehr), im Hinterrad 24 (oder mehr).

Welche Rolle spielt das Gewicht?
Für den Fahrspaß ist das Rad-Gewicht eher nebensächlich. Die meisten Novizen finden jedes Rennrad leicht. Top-Renner wiegen um 6,5 Kilo, gute Mittelklasse um 7,5, günstige Einsteigermodelle um 8,5 Kilo. Wiegt ein Rennrad mehr als 9 Kilo, heißt das nicht, dass man damit keinen Spaß haben könnte. Eher könnte es sich um ein sehr einfaches Rad mit billigen, minderwertigen Komponenten handeln – oder um einen klassischen Stahlrahmen.

Wie viel ist das Rad noch wert?
Den offiziellen Neupreis findet man bei weit verbreiteten Modellen z. B. unter www.tour-magazin.de heraus. Ist das Rad ein bis zwei Jahre alt, sollte der Gebrauchtpreis rund 30 bis 50 Prozent unter dem Neupreis liegen. Eine simple Methode, um aktuelle Preise zu finden: Googelt man das Modell, bekommt man gebrauchte Räder, aber oft auch neuwertige Restposten angezeigt. Noch besser: auf Ebay über "erweiterte Suche" verkaufte Räder suchen. Alter, Pflegezustand, Ausstattung und der Marktplatz ergeben die Preisunterschiede. Das gleiche Rad kann bei einer Ebay-Auktion zu einem ganz anderen Preis zu bekommen sein als über lokale Kleinanzeigen.

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Kristian Bauer am 03.01.2017
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