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Weiße Linie: Grenze für Radfahrer

Fahrbahnlinien müssen beachtet werden

Dr. Born am 10.04.2017

Eine weiße Linie zwischen Fahrbahn und Radweg schützt den Radfahrer, verpflichtet ihn aber auch, diese Abgrenzung zu beachten.

Das wurde einem über 80-Jährigen bescheinigt, der mit seinem Pedelec einen abgetrennten Geh- und Radweg befuhr und die Linie über­querte, weil er nach links abbiegen wollte. Dabei erfasste ihn ein nachfolgender Pkw; er stürzte und erlitt mehrere Brüche. Das Landgericht wies seine Klage ab, das übergeordnete Oberlandesgericht hielt seine Berufung für unbegründet. Das Gericht hielt dem Radfahrer vor, er habe den Radweg unter Verstoß gegen § 10 S.1 StVO durch Überfahren der weißen Linie verlassen und dadurch den übrigen Verkehr gefährdet. Für sein Verschulden spreche, dass er auf die Fahrbahn gewechselt sei, als der Pkw schon 15 Meter hinter ihm gewesen sei. Aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit des Kopfes habe er sich offenbar gar nicht umgedreht. Zusätzlich habe er den weiteren Wechsel nach links nicht durch Handzeichen angekündigt. Die Autofahrerin treffe kein Vorwurf, denn allein wegen der weißen Haare des Radfahrers habe sie nicht mit einem derart verkehrswidrigen Verhalten rechnen müssen. (OLG Hamm, Beschluss vom 8.1.2016 – I – 9 U 125/15, DAR 2016, 265).

Dr. Born am 10.04.2017
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