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Überholen mit dem Rad: Auf genügend Abstand achten

Riskante Überholmanöver auf dem Rennrad

Dr. Winfried Born am 02.05.2017

Ein Radfahrer, der einen anderen überholen will, muss grundsätzlich mit Abweichungen in der Fahrlinie des vorausfahrenden Radfahrers rechnen.

Im vorliegenden Fall fuhr eine Radfahrerin auf ­einem zwei Meter breiten Radweg mit rund 10 bis 13 km/h. Weil der schnellere, von hinten herankommende Radfahrer sie während des Überholens berührte, stürzte sie und brach sich die Schulter. Das von ihr angerufene Landgericht bejahte eine volle Haftung des Überholers; dessen Berufung blieb ohne Erfolg. Auch nach Ansicht des Oberlandes­gerichts (OLG) hätte der Überholer mit Schwankungen der vorausfahrenden Radfahrerin rechnen müssen, zumal er wegen der Geräusche eines Traktors in der Nähe nicht habe annehmen dürfen, dass die Radfahrerin sein Klingeln gehört hatte. Auf einem ­Radweg mit begrenzter Breite dürfe man nur überholen, wenn man sicher sei, vom anderen Radfahrer wahr­genommen worden zu sein. Eine feste Regel zum seit­lichen Abstand gebe es nicht, vielmehr sei der Einzelfall entscheidend.  (OLG Karlsruhe, Beschluss vom 30.5.2016 – 9 U 115/15).

TOUR Titel 12/2016

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Dr. Winfried Born am 02.05.2017
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