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Recht & Verkehr: Probleme mit Autofahrern

Auto als Sturzursache für Rennradfahrer

Dr. Winfried Born am 01.06.2017

Wer als Radfahrer zum Sturz kommt und dafür ein Kraftfahrzeug verantwortlich macht, muss das beweisen.

Eine Radfahrerin fuhr auf einem drei Meter breiten Weg, auf dem ihr ein 1,7 Meter breites Auto entgegenkam. Als sie sich noch in einigem Abstand befand, stürzte sie und erlitt schwere Kopfverletzungen, an denen sie einige Zeit später verstarb. Ihrer Krankenkasse gelang es nicht, die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters für die entstan­denen Behandlungs- und Pflegekosten in Anspruch zu nehmen. Nach Auffassung des Gerichts müsste die Fahrweise des Fahrzeugs irgendwie zur Entstehung des Unfalls bei­tragen, die bloße Anwesenheit reiche nicht aus. In diesem Fall könne kein Zusammenhang zwischen dem Sturz der Radfahrerin und der Fahrweise des Fahrzeugs hergestellt werden. Die Beweislast liege bei der gestürzten Radfahrerin, bei der sich ein Ausweich­manöver nicht sicher fest­stellen lasse und bei der auch andere Ursachen für einen Sturz denkbar erschienen (OLG Hamm, Urt. v. 2.9.2016 – I-9 U 14/16).

Dr. Winfried Born am 01.06.2017
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