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Radsport in Sambia – Reportage in TOUR 11/2011

Thomas Musch am 22.10.2011

Sambia ist eines der ärmsten Länder der Erde. Ein funktionierendes Fahrrad signalisiert Wohlstand, ein Rennrad puren Luxus. Auf einer großen Farm außerhalb der Hauptstadt schlägt das Herz der sambischen Radsport-Szene. TOUR hat die Farm und die sambischen Radsportler besucht

Morgens um vier ist ist die Welt noch in Ordnung. Dann ist die Nacht um Mazabuka so schwarz wie Lakritze. In zwei Stunden wird knallhartes Licht wieder den Tau von den Kaffeesträuchern der Mubuyu-Farm saugen. Zwei Stunden Dunkelheit, Kühle, Stille – sie sind das schmale Zeitfenster, durch das sich Bright Chintu und Danny Kachula täglich zwängen, um bessere Radfahrer zu werden. Von vier bis sechs Uhr jagen die beiden auf ihren strapazierten Rennmaschinen über die nächtliche Hauptstraße, auf nüchternen Magen, ohne jede Beleuchtung. Nur der Himmel weiß, wie sie das sturzfrei machen: drei Kilometer geschotterte Farmroad bis zum löchrigen Asphalt. Eine Stunde Vollgas auswärts, und wieder zurück. Dann wird es hell, und die gnadenlosen ­Trucker aus Simbabwe, die noch nie für einen Radfahrer gelenkt oder gar gebremst haben, beherrschen wieder die Straße. Um sieben ­stehen Bright und Danny, zwei der besten Radfahrer dieses Landes, dann in Arbeits­kleidung bereit zur Farmarbeit. Sie haben es richtig gut erwischt ...

Radsportler in Sambia

... Jesper Lublinkhof hat es noch besser erwischt. Er ist der Boss von Bright und Danny. Lub­linkhofs Familie gehört die etwa 20 Quadratkilometer große Mubuyu Farm mit der Nyati Getreidemühle, der Munali-Kaffeeproduktion, einem Stausee, einer Landepiste, einer Polizei­station, einer Schule und einem Gesundheitsposten. Jesper Lublinkhof ist keiner, der sich das Wort „Boss“ extra aufs T-Shirt schreiben muss. Knapp zwei Meter groß ist er, athletisch, Ende Dreißig. Knappe Sätze, sparsame Mimik, hohe sprachliche Präzision. Der Boss eben, Gebieter über 3.000 Angestellte ...

... Seit sieben Jahren siegen Fahrer seines ­Munali Coffee-Teams bei allen nationalen Rennen und manchmal sogar im Ausland. Die Teamgründung ergab sich am Kreuzungspunkt zweier sehr unterschiedlicher Lebenslinien. Es trafen aufeinander: Jesper Lublinkhof, Großbauer und Ein-Mann-Nationalteam, und Peter Chintu, ein drahtiger schwarzer Sambier mit großem Siegeswillen. Bevor er Lublinkhof als Sponsor gewann, arbeitete der heute 46-Jährige als Fotograf ...

Die vollständige Reportage von TOUR-Autor Jörg Spaniol über den Radsport in Sambia lesen Sie in der November-Ausgabe 2011 von TOUR.

Hier können Sie die Ausgabe direkt bestellen

Thomas Musch am 22.10.2011