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Deutsche Verkehrswacht erinnert an Mindestabstand

1,5 Meter Abstand beim Überholen von Radfahrern!

Kristian Bauer am 18.04.2017

Kaum etwas stresst Radfahrer mehr, als zu dichtes Überholen. Die Deutsche Verkehrswacht erinnert in einer aktuellen Pressemitteilung an die geltenden Bestimmungen.

Zu dichtes Auffahren und riskante Überholmanöver sind keine Seltenheit. Während Autofahrer durch die Karosse abgeschirmt sind, haben Radfahrer keinerlei Schutz. Die Deutsche Verkehrswacht erinnert daher: "Autofahrer sind gehalten, immer ausreichend Abstand zu Radfahrern zu wahren, vor allem beim Überholen".

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) und verschiedene Gerichtsurteile geben vor, wieviel Platz zum Rad bleiben muss: mindestens 1,5 Meter!

"Für den Überholvorgang gibt es Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Autofahrer, die den Sicherheitsabstand nach ihrem Gefühl entscheiden, handeln nicht verantwortlich. Sicherheit ist durch eine konkrete Situation, durch Wetterlage und durch die handelnden Akteure bestimmt. Entsprechend muss der Sicherheitsabstand betrachtet werden – auf jeden Fall ist immer Rücksicht und in uneindeutigen Verkehrssituationen Zurückhaltung geboten," erklärte Prof. Kurt Bodewig, Präsident der DVW und Bundesminister a.D.

Für den Überholvorgang regelt § 5, Absatz 4 der StVO: "Wer zum Überholen ausscheren will, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den zu Fuß Gehenden und zu den Rad Fahrenden, eingehalten werden."

In der Vergangenheit wurde von mehreren Gerichten ein Mindestabstand von eineinhalb Meter als "ausreichend" beurteilt. Dies gilt aber nur bei einer relativ günstigen Ausgangssituation. Ist das überholende Fahrzeug ein LKW oder schneller als 90 km/h oder wird auf dem zu überholenden Fahrrad zum Beispiel ein Kind transportiert, vergrößert sich der geforderte Mindestabstand. Bei schlechten Wetter- oder Fahrbahnverhältnissen ist ebenfalls eine größere Lücke zu lassen.

"Die Gerichtsurteile sind kein Freibrief für Radfahrer, sich auf der Straße egoistisch zu benehmen. Auch sie müssen rücksichtsvoll bleiben. Sammeln sich Autos hinter ihnen an, die nicht überholen können, müssen sie an geeigneter Stelle langsamer fahren und den Überholvorgang ermöglichen", erklärte Bodewig.
 

Kristian Bauer am 18.04.2017
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