Zeitfahrräder

Aero-Räder bis 2.000 Euro

Robert Kühnen, Manuel Jekel am 30.03.2009

Im Kampf gegen die Uhr zählt jede Sekunde. Und mit Zeitfahrrädern kann man viele Sekunden sparen. Dass man für ein ordentliches Aero-Rad keine Unsummen hinblättern muss, zeigt unser aufwendiger Test: Zehn Triathlon-Modelle, die weniger als 2.000 Euro kosten, haben wir ins Labor, in den Windkanal und auf die Straße geschickt.

Wechselzone. Die letzten Schritte Richtung Rad werden schon fester. Vorfreude macht sich breit. Gleich beginnt der Rausch, der Tanz auf heißem Asphalt. Radfahren ist die längste Disziplin innerhalb jedes Triathlon- Wettkampfes, und doch die schnellste – vor allem, wenn man sie auf einem Zeitfahrrad absolviert. Keines der zehn Räder in diesem Test bringt das treffender zum Ausdruck als das Modell von Merida: Es heißt “Warp” – wie der überlichtschnelle Antrieb aus der Science-Fiction-Serie Star-Trek.

Von “Warp”-Geschwindigkeit sind wir in der Atmosphäre der Erde allerdings weit entfernt. Der Stoff, den wir atmen, setzt uns zugleich enge Grenzen: Die Luft ist der größte Widerstand, den der Triathlet auf dem Rad erfährt. Die Bedeutung des Luftwiderstands richtig einzuschätzen, ist gar nicht so leicht, weil wir dafür keinen Sinneseindruck haben wie für das Gewicht des Rades. Radfahrer diskutieren über 500 Gramm mehr oder weniger, geben dafür bisweilen sogar Unsummen aus. Aber sie verpassen leichtfertig Chancen, ihren Luftwiderstand zu vermindern und damit ihre Aero-Performance zu verbessern – was häufig den Gegenwert von zehn Kilo Gewicht oder mehr ausmacht.

Dass keines der Testräder weniger als 8,5 Kilogramm wiegt, sollte man daher locker nehmen. Schließlich ist das Gewicht des Rades auf den meisten Triathlonkursen ziemlich unwichtig verglichen mit dem Luftwiderstand, der exponentiell mit der Geschwindigkeit wächst. Bis zu 80 Prozent der bremsenden Kräfte gehen auf das Konto der umströmenden Luft. Jeder Radfahrer zieht eine Schleppe verwirbelter Luft hinter sich her, die den größten Teil seiner Tretkraft in flüchtige Wärme verwandelt. Zu sehen ist davon nichts, zu spüren ist es umso mehr – wenn auch indirekt: als zunehmend härter werdender Widerstand, je schneller man fährt.

Triathlonräder sind dazu gemacht, eben diesen Luftwiderstand zu zähmen. Flächige, an Tragflügel erinnernde Rohre sind sichtbarer Ausdruck der Bemühungen der Konstrukteure, dem Wind ein Schnippchen zu schlagen. Aber sind diese Bemühungen auch erfolgreich?

KURZ & KNAPP

Tempo ist nicht teuer: Triathlonräder unter 2.000 Euro sind voll wettkampftaugliche Sportgeräte. Im Windkanaltest zeigen sie nur kleine Abstände zu sehr viel teureren Konstruktionen. Entscheidend für Tempo und Wohlbefinden ist eine passende Sitzposition. Deshalb sollte man sich vorrangig damit beschäftigen, diese zu finden. Räder mit einem großen Einstellspielraum sind dafür die beste Basis.

Diese Zeitfahrräder finden Sie im PDF-Download:

Canyon Speedmax AL 9.0

Cube Aerium Race

Cucuma Triatlo

Fuji Aloha 1.0

Merida Warp 5

Müsing Timetrail

Orbea Triton

Poison Speed Tri

Quantec TR Racing

Red Bull Roadflyer

Die Formel für den Temporausch: Flach sitzen heißt schneller fahren

Robert Kühnen, Manuel Jekel am 30.03.2009