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Test 2017: Trendsetter Marathonrenner

Komfortabel und leistungsstark: 5 Marathonräder im Test

Konstantin Rohé am 15.11.2016

Eine aufrechtere Sitzposition durch die vom Rennrad abweichende Rahmengeometrie und mehr Fahrkomfort durch Federungssysteme – das waren bislang die auffälligsten Merkmale von Marathonrädern.

Zugegeben, wir wiederholen uns. Schon im Juni hatten wir in einem Vergleichstest die neue Eigenständigkeit des Marathonrenners ausge­rufen. Die Botschaft, dass es bei Rennrädern auch andere Entwicklungsziele geben darf als ­geringes Gewicht und Aerodynamik, ist nicht mehr taufrisch, wird aber spätestens seit der Eurobike-Messe im Angebot der Hersteller überdeutlich sichtbar. Bei manchen Firmen sind Mara­thon­renner schon die meist­verkauften Rennräder. Die Entwickler reagieren darauf, indem sie die ­Räder immer genauer auf die Wünsche von Hobby- und Tourenfahrern zuschneiden. Mit der logischen Folge, dass sie sich zunehmend vom klassischen Wettkampfrenner entfernen.

Mit dem Jahrgang 2017 nimmt dieser Trend weiter Fahrt auf. Das hat auch, aber nicht nur damit zu tun, dass Scheibenbremsen auf dem besten Weg sind, zum neuen Standard beim Marathonrennrad zu werden. Scheibenbremsen sind ein so gravierender Eingriff in die DNA des Rennrads, dass darüber auch andere Entwicklungen möglich werden, die bisher als undenkbar galten. So nutzen viele Hersteller die mit den Discs einhergehende ­Freiheit, um die Räder auf breitere Reifen zu stellen. 28-Millimeter-Pneus sind vielfach bereits Standard, manche Anbieter treiben es ­sogar noch breiter. Mit solchen Reifen wird der Begriff "Straßenrennrad" plötzlich dehnbar. Natürlich werden die ­Räder auf Straßen gefahren; aber wer sagt, dass die ­asphaltiert sein müssen? Auch Geometrien ändern sich deutlich. Wenn ein Rennrad nicht in Rennen gefahren wird, muss es dann einen superkurzen Radstand haben? Für Hobby­fahrer mag ein längerer Radstand und die damit verbundene höhere Laufruhe sogar ein Vorteil sein. Zumal, wenn sich so die Möglichkeit ergibt, Schutzbleche nachzurüsten und das Rad allwettertauglich zu machen. Details, die beim Rennrad lange als Kaufbremse galten, werden so plötzlich zu Verkaufsargumenten. Die fünf Modelle in diesem Vergleich stehen stellvertretend für diesen Trend. Die Faszination, die von ihnen ausgeht, speist sich weniger aus Messwerten als aus den Möglichkeiten, die sie ihren Besitzern eröffnen.

Fotostrecke: Test 2017: Trendsetter Marathonrenner

Den gesamten Artikel mit detaillierten Testergebnissen und Kaufempfehlungen finden Sie unten im Download-Bereich als PDF:

  • BMC Roadmachine 01
  • Cervélo C3 Force
  • Felt VR2
  • Specialized Roubaix Expert
  • Trek Domane SL6 Disc

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TOUR Titel 11/2016

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Konstantin Rohé am 15.11.2016
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