6 Räder aus dem Versandhandel 6 Räder aus dem Versandhandel
Rennräder

Sechs Räder aus dem Versandhandel

redakteur1 am 07.08.2003

Der Renner aus dem Karton hat Konjunktur: Der Versandhandel lockt mit günstigen Preisen und bequemem Einkauf. Aber ist der Kunde wirklich König? Oder wird er nach dem Kauf zum Bittsteller in der Servicewüste? TOUR hat sechs Versandhändler in Deutschland besucht und nachgeschaut. (TOUR 4/2003)

Die Problematik beim Versandkauf beginnt mit dem Verkaufsgespräch. Je weniger Vorwissen der Kunde mitbringt, desto schwieriger wird das Telefonat, und um so länger kann es dauern. Erwin Rose: „Zwischen fünf Minuten und einer Stunde für ein Fahrrad – je nachdem, wie genau der Kunde weiß, was er will.“ Bis zu 15 Mitarbeiter kümmern sich im Bocholter Call-Center um die Wünsche der Telefonkunden. „Viele sind selbst begeisterte Radfahrer“, sagt Erwin Rose; regelmäßige interne Schulungen sollen deren Beratungskompetenz weiter steigern. Bei Brügelmann bearbeiten bis zu sechs Mitarbeiter die Bestellungen. Bei H&S in Bonn gibt’s hingegen gar keine speziellen Telefonverkäufer – die Bestellungen nehmen verschiedene Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen entgegen.

Die Bestimmung von Rahmenhöhe und Sitzposition ist bei diesen Gesprächen der wichtigste Punkt – und ein Problem, sonst wären beim TOUR-Test nicht drei Räder zu klein geliefert worden. Jeder Anbieter verfolgt seinen eigenen Ansatz. So arbeiten die Verkäufer bei Canyon Bicyclesaus Koblenz mit einer Checkliste, die sie mit jedem Kaufinteressenten durchgehen. Erfragt werden mehrere Körpermaße und der bevorzugte Fahrstil für die Lenkerpositionierung. Die Erfahrungen damit sind laut Canyon-Chef Roman Arnold gut: „Pro Monat haben wir höchstens eine Reklamation wegen falscher Rahmenhöhe.“

Den anderen Anbietern genügt die Angabe der Schrittlänge, um die Rahmenhöhe zu ermitteln. Das kann ausreichen, muss es aber nicht, zumal nur Canyon und Rose in ihren Katalogen angeben, wie man die Schrittlänge misst. Dietmar Sellesk rät, im Zweifel die Rahmenhöhe an einem alten Rahmen abzulesen – was voraussetzt, dass der passt. Dennoch berichten weder er noch Vater und Sohn Bornmann von Cicli B aus Kassel von nennenswerten Problemen. Die Bornmanns haben ihr Sortiment sowieso auf die Zielgruppe derer ausgerichtet, die an ihren Rädern alles selber machen. Solche Kunden wollen keine Beratung, sondern günstige Preise. Folglich kann Junior-Chef Remko Bornmann selbstsicher behaupten: „Rennradkunden kennen ihre Rahmenhöhe, da gibt es kaum Beratungsbedarf.“ TOUR hat die Versandware unter die Lupe genommen.

Alle Räder in diesem Test:
2-Danger Tour, Barellia Race 305, Canyon Roadlite Elite, Cicli B Fly, Poison Bikes Opiat 1, Radon Boa Litening, Red Bull Pro SL 4000

Text: Matthias Borchers, Manuel Jekel, Thomas Musch

redakteur1 am 07.08.2003