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Tour de France

Tour de France 2014: Inside BMC Racing Team, Teil 3

TOUR Online am 23.07.2014

Exklusiv für TOUR berichtet Ernährungsexpertin Judith Haudum von ihrer Arbeit aus dem Team BMC

Herausforderung Bergetappe
Mit der Etappe nach Chamrousse ging es endlich in die Berge – und sie hat den Fahrern einiges abverlangt. Vor allem die Hitze machte es den Fahrern wirklich nicht einfach. Bergetappen alleine erfordern schon eine gute Planung der Nahrungsaufnahme und eine gute Taktik, um am Ende noch an der Spitze mitfahren zu können und eventuell die richtige Attacke zu starten, aber diese Bedingungen waren schon eine echte Herausforderung. Die letzten 20 Kilometer mit dem Schlussanstieg hatten es noch mal richtig in sich.

Griff in die Trickkiste
Keine Bergetappe verzeiht dir, wenn du dich während der Fahrt nicht von Beginn an ausreichend verpflegst. Mit der hohen Belastung wird es unmöglich aufzuholen, was man anfangs versäumt hat. Egal, ob das Flüssigkeit oder Energie ist, wenn eines fehlt, wird es für den Fahrer schwer, im Feld zu bleiben. Deswegen haben wir auch viele Leute vom Team entlang der Strecke positioniert, um den Fahrern die bestmögliche Unterstützung zu geben. Das Tempo war von Beginn an hoch, somit mussten die Fahrer schon von St. Etienne weg vorausblickend essen und trinken. Um in der Hitze besser zu bestehen, haben die Fahrer auf der Etappe solche Söckchen verwendet, die man sonst eher an Damenfüßen sieht. Mit Eiswürfeln gefüllt, dienten sie zur Kühlung. Wer sich an der Verpflegungsstelle dieses Eis einmal kurz in den Nacken legen kann oder unter das Shirt steckt, der bekommt zusätzlich eine angenehme Kühlung. Auch wenn das Eis ziemlich schnell schmilzt.

Schwerstarbeit für die Helfer
Obwohl es klar definierte Rollen im Team gibt, wer die Massagen macht, das Essen zubereitet, die Taktik festlegt, müssen auf schwierigen Etappen alle überall mit anpacken. Nach Chamrousse gab es drei Berge, zwei davon im letzten Drittel der Etappe. Weil die Temperaturen seit den Morgenstunden sehr hoch waren, war es wichtig, dass die Fahrer immer wieder die Möglichkeit hatten, sich nicht nur aus den Autos zu verpflegen, sondern auch entlang der Strecke ein Bidon oder ein Powerbar-Gel einzustecken. So standen nicht nur wie üblich die Pfleger an der Strecke, sondern auch Mechaniker und unser Osteopath, und reichten Flaschen mit Isoactive an die Fahrer. Gleichzeitig ist das auch immer wieder eine Erinnerung an die Fahrer, zu trinken und den Körper durch die Flüssigkeit ständig zu kühlen.

Süsse Belohnung
Bei der Ernährung läuft das Protokoll genauso ab, wie an anderen Tagen auch. Das heißt, die Fahrer beginnen nach dem Finish mit der gezielten Erholung. An heißen Tagen muss besonders auf den Flüssigkeitshaushalt geachtet werden. Im Bus gibt es dazu auch eine Waage, um nach dem Rennen das Gewicht zu kontrollieren. Heute waren sicherlich einige Fahrer dabei, die mehr Flüssigkeit verloren haben als es gut für sie war. Daher gab es nach der Etappe Elektrolytgetränke und Fruchtsaft, und zusätzlich wartete noch ein Smoothie mit frischem Obst  auf die Fahrer - alles für eine optimale Regeneration! An einem Tag mit einigen Bergen ist beim Essen die Menge an Kohlenhydraten um einiges höher als sonst. Das Abendessen durfte schon mehr davon aufweisen und auch das Dessert war heute nicht bloß ein Fruchtsalat, sondern da durfte schon etwas Süßes her. Schokomousse und Obstkuchen werden an solchen Tagen jedenfalls besonders gerne gegessen…

Judith Haudum

Judith Haudum ist 32 Jahre alt und stammt aus dem österreichischen Salzburg. Die studierte Sportwissenschaftlerin, Dozentin und Expertin für Sporternährung arbeitet beim Team BMC, das vom Sponsor Powerbar mit hochwertiger Sporternährung unterstützt wird.

TOUR Online am 23.07.2014