Team-Räder der Tour de France: Trek Factory Racing Team-Räder der Tour de France: Trek Factory Racing
Tour de France

Team-Räder der Tour de France: Trek Factory Racing

Jens Klötzer am 17.07.2014

Die TOUR-Reporter stellen zur Frankreich-Rundfahrt jeden Tag ein Original-Teamrad vor, mit dem die Profis die Tour in Angriff nehmen. Heute: das Trek von Jens Voigt, Trek Factory Racing.

Jens Voigt fährt in diesem Jahr seine 17. Tour und zählt damit zum exklusiven Kreis der Fahrer mit den meisten Teilnahmen. Durch seine offensive Fahrweise, beständig starke Leistungen und die offene Art ist der 43-Jährige einer der beliebtesten Fahrer im Feld. Gut vorstellbar, dass er auf der zwölften Etappe wieder Akzente setzen wird, das Terrain dürfte ihm liegen. Schwer vorstellbar, dass er wie angekündigt nach dieser Saison seine Karriere beenden wird.

Seine voraussichtlich letzte Rundfahrt bestreitet Voigt auf dem Modell Madone seines Arbeitgebers Trek. Im Trek Factory Racing-Team ist der Mecklenburger damit eine Ausnahme. Sechs seiner Kollegen, darunter Fränk und Andy Schleck, hatten sich vor der Tour für das neue Modell Émonda entschieden, der inzwischen abgereiste Fabian Cancellara und Danny Van Poppel starten üblicherweise auf dem Komfortmodell Domane.

Der Madone-Rahmen ist das Aero-Modell im Programm von Trek, erkennbar an den Rohren mit Tropfenprofil, die aus Gewichtsgründen an den hinteren Enden abgeschnitten sind. Für einen Fahrer wie Voigt, der oft alleine im Wind unterwegs ist, bietet der Rahmen damit gute Voraussetzungen. Der Madone-Rahmen war der erste Rahmen, der für Direct-Mount-Bremsen von Shimano ausgelegt war, die an spezielle Aufnahmen an Gabel und Hinterbau geschraubt werden. Ein paar Gramm lassen sich damit sicher sparen, außerdem sind die Bremsen sehr steif. Die hintere Bremse hat Trek beim Madone hinter dem Tretlager platzier - eine Position, die sich nach aktuellen Beobachtungen wohl nicht durchsetzen wird. Beim neuen Émonda sitzt die Bremse wieder an den Sitzstreben. Ein Nachteil der Position am Tretlager ist, dass Laufradwechsel im Rennen etwas länger dauern, weil die Bremse nicht so leicht zugänglich ist, und dass das Laufrad bei Belastungen wie im Wiegetritt eher an den Bremsbelägen schleift.

Voigt fährt den Madone in Rahmenhöhe 60 mit H1-Geometrie, der sportlicheren von zwei Varianten des Modells. Die Ausstattung ist vergleichsweise konventionell. Dura-Ace-Di2-Schaltung, Kurbel mit SRM-Powermeter, Laufräder und Anbauteile von Bontrager, der Eigenmarke von Trek. Die Schlauchreifen stammen vom deutschen Hersteller Schwalbe. Ungewöhnlich: An Voigts Rad ist ein Alu-Lenker an einem Carbon-Vorbau montiert. Dass die meisten Profis mit Alu-Lenker fahren, erklärt sich vor allem damit, dass Wettkampfräder laut UCI-Reglement nicht leichter als 6,8 Kilo sein dürfen. Mit den heute üblichen geringen Gewichten von Rahmen und Komponenten haben viele Hersteller Probleme, die 6,8 Kilo überhaupt zu erreichen. Statt die Räder mit Gewichten zu beschweren, montieren viele Teams deshalb schwerere Lenker und Ritzel.

Für die schweren Etappen beim Tour-Start in Yorkshire hatte sich Voigt ein vergleichsweise kleines 38er-Kettenblatt ans Rad schrauben lassen. Auf den anschließenden flachen Etappen dürfte der "Rettungsring" allerdings kaum noch zum Einsatz gekommen sein. 

Fotostrecke: Team-Räder der Tour de France: Trek Factory Racing

Rahmen: Madone 7series, H1-Geometrie

Laufräder: Bontrager Aeolus 5

Reifen: Schwalbe One 24 mm (Schlauchreifen)

Bremsen: Shimano Dura-Ace 9000 Direct Mount mit SwissStop Black Prince-Belägen

Schaltung: Shimano Dura-Ace Di2 9070

Zahnkranz: Shimano Dura-Ace 9000

Kette: Shimano Dura-Ace

Tretlager: Shimano Dura-Ace 7900 mit SRM-Powermeter

Lenker: Bontrager RL (Alu)

Vorbau: Bontrager XXX (Carbon)

Lenkerband: Bontrager

Sattel: Bontrager

Sattelstütze: Trek Ride Tuned

Flaschenhalter: Bontrager RXL

Computer: SRM PC7

Jens Klötzer am 17.07.2014