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Tour de France

Team-Räder der Tour de France: Team Katjuscha

Jens Klötzer am 16.07.2014

Die TOUR-Reporter stellen zur Frankreich-Rundfahrt jeden Tag ein Original-Teamrad vor, mit dem die Profis die Tour in Angriff nehmen. Heute: das Canyon von Joaquim Rodriguez, Team Katjuscha.

In der ersten Tour-Woche gab es leichte Verwunderung und viele Spekulationen um die mäßige Performance von Joaquim Rodriguez - viele trauten dem Drittplatzierten von 2013 wieder einen Podiumsplatz oder gar Ambitionen auf den Gesamtsieg zu. Dass der Rückstand des Spaniers nach der neunten Etappe schon auf fast eine Stunde angewachsen war, könnte sich aber noch als Kalkül herausstellen: Rodriguez will wohlmöglich das Bergtrikot - und hat sich dafür auf den schweren, aber für die Bergwertung nicht besonders ertragreichen ersten Etappen geschont. Auf der zehnten Etappe in den Vogesen war es so weit, im Schlagabtausch mit Thomas Voeckler hatte Rodriguez an den gewerteten Anstiegen die Nase deutlich vorn. Das gepunktete Leibchen wird er nun mindestens bis in die Alpen behalten. Der Vorsprung ist zu groß, als dass es ihm vor der 13. Etappe wieder abgenommen werden könnte.

Sein russisches Team Katjuscha wird vom deutschen Hersteller Canyon mit Rädern versorgt. Obwohl Canyon mit dem Ultimate CF SLX auch ein leichtes Klettergerät im Programm hat, setzt Rodriguez wie viele andere Fahrer des Teams konsequent auf das aerodynamisch optimierte Modell Aeroad CF SLX, welches eine sportlichere und gestrecktere Sitzposition erlaubt. Die neuste Generation des Aeroad wurde erst wenige Tage vor dem Tour-Start in Leeds der Öffentlichkeit präsentiert. Das Rad bringt Anleihen des wegweisenden Zeitfahrrades Speedmax CF mit und ist das erste Straßenrad von Canyon, für dessen Entwicklung auch Versuche im Windkanal unternommen wurden. Neben technischen Gesichtspunkten spielten bei der Formgebung aber auch Produktdesign und Unternehmensphilosophie eine Rolle - das Ergebnis ist ein Rahmenset mit unbestreitbar hohem Wiedererkennungswert. Aber auch aus technischer Sicht hat der Renner einiges zu bieten. Die eigens entwickelte, integrierte Lenker-Vorbau-Einheit aus Carbon lässt Züge und Di2-Steuergerät verschwinden, die Direct-Mount-Bremsen vorn und hinten sind neuster technischer Stand in Sachen Felgenbremsen. Aufgebaut ist das Rad sauber mit einer kompletten Dura-Ace Di2-Gruppe von Shimano und Laufrädern von Mavic, auf den meisten Etappen das leichte Modell Cosmic Carbone Ultimate. Die recht schmalen 23-Millimeter-Reifen, ebenfalls mit Mavic-Schriftzug, stammen dem Profil und dem Vermerk "Made in Italy" nach zu urteilen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit von Veloflex. Den Sponsoren untreu wird Rodriguez auch bei den Bremsbelägen: Verbaut sind Pads von Campagnolo bzw. Fulcrum, erkennbar an der roten Farbe. Interessant ist auch, dass Rodriguez ohne Powermeter fährt und sich lieber auf sein eigenes Körpergefühl verlässt, wohl aber den Powercontrol 7 von SRM als Computer nutzt. Das Original-Rad in Bildern und viele weitere Details gibt es wieder in unserer Galerie und der Ausstattungsliste:

Fotostrecke: Neue Bilderstrecke

Rahmen: Canyon Aeroad CF SLX

Laufräder: Mavic Cosmic Carbone Ultimate

Reifen: Veloflex 23 mm, mit Mavic gelabelt

Bremsen: Shimano Dura-Ace 9000 Direct-Mount

Schaltung: Shimano Dura-Ace Di2 9070

Zahnkranz: Shimano Dura-Ace 9000

Kette: Shimano Dura-Ace

Tretlager: Shimano Dura-Ace 9000

Pedale: Shimano Dura-Ace 9000

Lenker/Vorbau: Canyon Aerocockpit CF (Carbon)

Lenkerband: Ritchey

Sattel: Selle Italia SLR

Sattelstütze: Canyon Aeroad

Flaschenhalter: Elite

Computer: SRM Powercontrol 7, aber kein Powermeter

Jens Klötzer am 16.07.2014