Die favoriten der Tour de France 2017 Die favoriten der Tour de France 2017

Die Favoriten der Tour de France 2017

Die Anwärter aufs Gelbe Trikot im Favoriten-Check

Konstantin Rohé am 26.06.2017

Vorjahressieger Christopher Froome ist auch bei der Tour de France 2017 wieder der Top-Favorit auf den Gesamtsieg. Seine Vorbereitung lief aber nicht zufriedenstellend.

Chris Froome (Sky)

Die favoriten der Tour de France 2017

Angespannt: Chris Froome hatte keine ideale Vorbereitung auf die Tour.

Der 32-jährige Brite kann zum vierten Mal die Tour gewinnen und konzentriert sich auch 2017 wieder ausschließlich auf die Frankreich-Rundfahrt. Allerdings ließen die Ergebnisse zuletzt zu wünschen übrig: Das Critérium du Dauphiné, traditionell eines der letzten Vorbreitungsrennen, beendete er als Vierter. In den beiden Jahren zuvor hatte er das Rennen gewonnen. Dazu kommen die negativen Schlagzeilen rund um Medikamentenlieferungen an das Team Sky. Alles in allem eine schlechtere Ausgangsposition als 2016.

Nairo Quintana (Movistar)

Die favoriten der Tour de France 2017

Den Giro schon in den Beinen: Nairo Quintana will zwei große Rundfahrten auf Top-Niveau fahren.

Als einziger der Top-Fahrer neben Thibaut Pinot - der sich bei der Tour auf Etappensiege fokussiert - hat Nairo Quintana bereits den Giro d'Italia absolviert und als Zweiter hinter Tom Dumoulin beendet. Das kolumbianische Leichtgewicht muss an den Bergen in die Offensive gehen, denn bei den beiden Zeitfahren ist die Konkurrenz stärker. Mit Alejandro Valverde hat er einen starken Co-Kapitän im Team, der je nach Rennverlauf aber auch auf eigene Rechnung fahren könnte. 

Alejandro Valverde (Movistar)

Die favoriten der Tour de France 2017

Erfahrung pur: Der 37-jährige Alejandro Valverde.

Der mittlerweile 37-jährige Spanier ist einer der komplettesten Rennfahrer im Peloton. Durchaus vorstellbar, dass er bei mittelschweren Etappen, wie z.B. der Ankunft in Longwy, seine Klassiker-Qualitäten ausspielt. In Punkto Gesamtwertung soll er primär Quintana den Rücken freihalten und die Konkurrenz mit Attacken unter Druck setzen. Dass er auch selbst aufs Podium fahren kann, zeigte er 2015 mit Rang drei.

Richard Porte (BMC)

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Raus aus dem Schatten: Richie Porte will seinen Ex-Chef Froome besiegen.

Nach Jahren im Schatten seiner jewiligen Kapitäne bei Sky konnte Richie Porte 2016 endlich selbst ein Top-Resultat bei der Tour de France herausfahren. Den fünften Platz will er dieses Jahr mehr als nur bestätigen. Dass er mit guter Form zur Tour kommt, beweist sein Gesamtsieg bei der Tour du Romandie und der zweite Platz beim Critérium du Dauphiné, bei dem er seinem Ex-Kapitän Froome fast eineinhalb Minuten abnahm.

Romain Bardet (AG2R)

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Die Hoffnung der Franzosen: Romain Bardet wurde vergangenes Jahr Zweiter.

Romain Bardet ist der einzige französische Kandidat auf einen Top-Ten-Platz. Oft wird vergessen, dass er die Tour 2016 auf Rang zwei beendete - vor namhafterer Konkurrenz. Größtes Handicap dürfte sein Team sein, dass deutlich schwächer besetzt ist als Sky und Movistar. Es wird spannend zu sehen sein, ob der zurückhaltende junge Mann aus dem Zentralmassiv dem großen Druck der Erwartungen seiner Landsleute gewachsen ist. 

Alberto Contador (Trek-Segafredo)

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Letzte Tour? Alberto Contador will mit 34 Jahren noch einmal aufs Podium.

Alberto Contador könnte 2017 seine letzte Tour de France fahren - ein Karriereende nach der Saison steht im Raum. Der 34-jährige Spanier konnte nach seiner Dopingsperre bei der Tour nie mehr an die Leistungen seine Gesamtsiege von 2007 und 2009 anknüpfen. Auch wenn die diesjährige Vorbereitung nicht optimal verlief, ist Contador immer für eine Überraschung gut. Er scheut sich nicht, auch lange vor dem Ziel zu attackieren und seine Konkurrenten unter Druck zu setzen.

Die erweiterte Spitze

Esteban Chavez bildet bei Orica-Scott zusammen mit Simon Yates eine gefährliche Doppelspitze. Simons Zwillingsbruder Adam gewann letztes Jahr die Nachwuchswertung. Auf dieses Weiße Trikot hat es nun Simon Yates abgesehen. Chavez kehrt nach langer Verletzungspause zurück. Jakob Fuglsang (Astana) gewann überraschend das Critérium du Dauphiné, Teamkollege Fabio Aru, der den Giro verletzungsbedingt nicht fahren konnte, wurde Fünfter. Ebenfalls Kandidaten für ein Top-Ten-Resultat: Der Giro-Vierte Thibaut Pinot (FDJ), Leichtgewicht Louis Meintjes (UAE Emirates), der angriffslustige Ire Dan Martin (Quick Step) und die Bora-Hansgrohe-Profis Rafal Majka und Emanuel Buchmann. 

Konstantin Rohé am 26.06.2017
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