Die deutschen bei der Tour Die deutschen bei der Tour

Die deutschen Starter bei der Tour de France 2017

Greipel, Kittel, Martin & Co. mit Heimvorteil

Andreas Kublik am 30.06.2017

Insgesamt 16 Deutsche gehen bei der Tour de France am 1. Juli in Düsseldorf ins Rennen. Wir stellen die Protagonisten vor - von Arndt bis Zabel.

Marcus Burghardt (33 Jahre, Team Bora-Hansgrohe)

Die Deutschen bei der Tour

Bestreitet seine erste Saison für den deutschen Bora-Rennstall: Marcus Burghardt

Keiner im Feld ist leichter als Starter aus Deutschland auszumachen: Marcus Burghardt trägt bei dieser Tour ein Trikot in den Landesfarben: weiß mit schwarz-rot-goldener Brust. Eine Woche vor dem Grand Départ in Düsseldorf gewann der gebürtige Sachse in Chemnitz erstmals den deutschen Meistertitel und darf daher ein spezielles Trikot tragen. Sein Job im Rennen: die Kapitäne Rafal Majka und Peter Sagan auf den Flachetappen aus dem Wind halten. Vielleicht ergibt sich auch die Chance auf seinen zweiten Etappensieg aus einer Ausreißergruppe heraus? Das Kunststück gelang ihm bereits 2008 - damals auf der 18. Etappe von Le Bourg d'Oisans nach Saint-Étienne.

Tony Martin (32 Jahre, Team Katusha-Alpecin)

Die Deutschen bei der Tour

Zeitfahr-Ass: Martin will zum Tour-Auftakt ins Gelbe Trikot fahren.

Er träumt davon am Rheinufer ins Gelbe Trikot zu schlüpfen: Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin will unbedingt das 14 Kilometer lange Einzelzeitfahren in Düsseldorf gewinnen. Mit nur einem Kettenblatt mit 58 Zähnen will er laut Informationen seines Teams an den Start gehen. Einer der härtesten Konkurrenten in kurzen Zeitfahren, der Australier Rohan Dennis (Team BMC), fehlt. Er hatte im Jahr 2015 das Auftakt-Zeitfahren der Tour in Utrecht gewonnen und Martin den Traum von Gelb zerstört. Der Deutsche holte sich später doch noch das begehrte Leibchen - schied aber zwei Tage später nach Sturz und Schlüsselbeinbruch aus. Er hofft 2017 auf mehr Glück - mit ihm die deutschen Fans.

André Greipel (34 Jahre, Team Lotto-Soudal)

Die Deutschen bei der Tour

Routinier: Greipel gewann seit 2011 bei der Tour immer mindestens eine Etappe.

"Go Gorilla" - mit diesem Song, den er kurz vor dem Tour-Start veröffentlicht hat, hat sich André Greipel, Spitzname Gorilla, noch einmal stark gemacht - für die Sprintfinals und und den Kampf gegen ALS. Der Erlös aus dem Verkauf des Songs soll der Erforschung der bisher unheilbaren Krankheit ALS dienen, unter der auch Greipels Mutter leidet. Sportlich wird Greipel auf Rekordjag gehen: Ein Sieg fehlt im noch - dann hat er die deutsche Bestmarke an Etappensiegen von Erik Zabel, nämlich zwölf, eingestellt. Einer seiner wichtigsten Helfer bei dem Projekt: Landsmann und Teamkollege Marcel Sieberg.

Marcel Kittel (29 Jahre, Team Quick Step Floors)

Die Deutschen bei der Tour

Sprint-Ass: Kittel will sich den Traum vom Grünen Trikot erfüllen.

Holt er sich den Status als schnellster Straßensprinter der Welt zurück? In den Jahren 2013 und 2014 gewann er jeweils vier Tour-Etappen im Massensprint. Im Jahr 2015 verpasste er den Saisonhöhepunkt krankheitsbedingt, meldete sich im vergangenen Jahr mit einem Tageserfolg in Frankreich zurück. Allerdings war bei der Tour de France 2016 Mark Cavendish mit vier Sprintsiegen eindeutig die Nummer eins unter den schnellsten Männern im Peloton. Wer macht diesmal das Rennen?

John Degenkolb (28 Jahre, Team Trek-Segafredo)

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Angriffslustig: Degenkolb ist vor allem bei mittelschweren Etappen zu beachten.

Der Sieger von Paris-Roubaix und Mailand-San Remo (jeweils im Jahr 2015) will unbedingt seinen ersten Etappensieg. Sprints nach schweren Etappen oder mit ansteigenden Zielgeraden sind sein Terrain. Kurz vor dem Tour-Start brachte allerdings der Dopingfall von Teamkollege André Cardoso Unruhe in Degenkolbs Rennstall.

Emanuel Buchmann (24 Jahre, Team Bora-Hansgrohe)

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Talent: Als bester Nachwuchsfahrer der Dauphiné könnte Emanuel Buchmann auch bei der Tour überraschen.

Deutschlands derzeit größtes Klettertalent könnte den deutschen Fans auf den Bergetappen Freude machen: Beim deutschen Team Bora-Hansgrohe ist er hinter den Kapitänen Rafal Majka und Peter Sagan eine dritte Option auf gute Ergebnisse. Zunächst ist er als wichtigster Helfer Majkas in den Bergen eingeplant - aber sicherheitshalber hat der 24-jährige Ravensburger schon einmal in der Startliste nachgeguckt, wer als Konkurrent im Kampf um das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers ein Konkurrent sein könnte.

Christian Knees (36 Jahre, Team Sky)

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Harter Arbeiter: Knees soll Teamkapitän Froome beschützen.

"Das Karriere-Highlight", nennt Christian Knees seinen achten Start bei der Tour de France - schließlich geht's in Deutschland los. Er trägt die Nummer vier - und ist damit ein Helfer des Tourfavoriten Christopher Froome. Seine Aufgabe während der drei Wochen? "Auf Froomey aufpassen und gut durch die Flachetappen bringen", sagt der 36-jährige Radprofi aus Rheinbach - von dort kann man mit Rad zum Tour-Start nach Düsseldorf fahren.

Rick Zabel (23 Jahre, Team Katusha-Alpecin)

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Endschnell: Zabel holte einen starken 2. Platz beim WordTour-Rennen Eschborn-Frankfurt.

Die Tour-Podien kennt Rick Zabel schon - dorthin nahm ihn Vater Erik Zabel mit, der zwölf Tour-Etappen und und sechs Grüne Trikots bei der Tour gewann. Anfangs noch viel zur Doping-Vergangenheit des Vaters befragt, hat sich der 23-jährige Rick emanzipiert und könnte bei seinem Tour-Debüt in Sprintfinals überraschen. Zunächst geht er aber als Sprintanfahrer von Teamkapitän Alexander Kristoff ins Rennen.

Außerdem sind folgende deutschen Radprofis dabei

Das Team Bora-Hansgrohe schickt mit drei Rennfahrern eine ebenso große deutsche Fraktion ins Rennen wie Katusha-Alpecin: Neben Burghardt und Buchmann feiert Rüdiger Selig mit 28 Jahren sein Tour-Debüt im Bora-Trikot. Bei Katusha begleitet der Kölner Nils Politt, ebenfalls Tour-Neuling, Martin und Zabel. Greipel wird von Feund und Helfer Marcel Sieberg im Trikot von Lotto-Soudal begleitet. Paul Martens und Robert Wagner gehen für den niederländischen Rennstall LottoNL-Jumbo an den Start. Tour-Debütant Nikias Arndt soll beim zweiten deutschen Rennstall Sunweb die Sprints von Michael Matthews vorbereiten. Teamkollege Simon Geschke, vor zwei Jahren Sieger auf einer Alpenetappe der Tour, ist vor allem als wichtiger Helfer eingeplant. Jasha Sütterlin könnte schon beim Auftaktzeitfahren in Düsseldorf mit einem guten Ergebnis überraschen - danach wird als tempfoster Helfer auf den Flachetappen von seinen Kapitänen Nairo Quintana und Alejandro Valverde gebraucht.

Andreas Kublik am 30.06.2017
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