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Philipp Walsleben beendet Cross-Karriere

Ex-Weltmeister will auf die Straße wechseln

Andreas Kublik am 30.11.2017

Einer der besten deutschen Cross-Spezialisten hat überraschend seine Karriere beeendet: Philipp Walsleben will künftig nicht mehr Querfeldeinrennen auf höchstem Niveau bestreiten. Der 30-Jährige sucht einen Vertrag bei einem Straßen-Team

Schlechte Nachrichten für den deutschen Cross-Sport: Philipp Walsleben hat während der laufenden Saison beschlossen, seine Karriere als Cross-Profi zu beenden. "Ich werde künftig keine Cross-Rennen auf hohem internationalen Niveau fahren", sagte der 30-jährige Stahnsdorfer auf Nachfrage. Zuvor hatte sein belgisches Cross-Team Beobank-Corendon auf seiner Internetseite mitgeteilt, dass Walsleben keine Crossrennen mehr bestreite und auf die Straße wechseln wolle. Der Cross-Weltmeister in der U23 Klasse des Jahres 2009 sagt, die Auflösung seines Vertrages mit sofortiger Wirkung sei mit dem Team verabredet.

Der Grund seien der Mangel an guten Ergebnissen und die damit verbundenen Motivationsprobleme, so Walsleben. An seinem 30. Geburtstag vor wenigen Wochen bestritt der über mehrere Jahre beste deutsche Crosser ein Rennen in seiner Heimat Kleinmachnow und fasste dort den Entschluss, den er lange vor sich hergeschoben habe. "Bei 20. Plätzen fühle ich mich schlecht", sagte Walsleben. Er war sechsmal Deutscher Meister in der Elite-Klasse und in der Saison 2013/14 hinter dem Niederländer Lars van der Haar Zweiter in der Gesamtwertung des Cross-Weltcups war. Zuletzt konnte er aber nicht mehr mit Weltspitze mithalten.

Walsleben sucht jetzt neue Motivation im Straßenradsport. Bis zum Jahreswechsel gibt er sich Zeit, um einen Platz in einem Straßenteam auf World-Tour- oder auf Professional-Continental-Niveau zu finden. "Mein Ziel ist es auf der Straße große Rennen zu fahren und dazu zu lernen. Es geht mir nicht um Siege. Aber ich brauche das Gefühl, dass es wichtig ist, was ich tue. Es wird aber nicht einfach jetzt noch einen Platz in einem Team zu finden", sagt der Rennfahrer, der in der Vergangenheit während der Cross-Vorbereitung unter anderem kleinere internationale Straßenrennen gewonnen hatte, so beispielsweise die Baltic Chain Tour. Sollte es bis zum Jahreswechsel nicht mit einem Profi-Vertrag klappen, will Walsleben seine Radsport-Karriere ganz beenden und sich nach einem neuen Job in der Radbranche umsehen. Derzeit absolviert Walsleben einen Online-Studiengang in Informatik an der TH Brandenburg. 

Andreas Kublik am 30.11.2017
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