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TOUR-News

Giro d’Italia 2014: Streit um „Neutralisation“ kocht hoch

Daniel Brickwedde am 28.05.2014

Beim Giro d’Italia ist Streit über die Abfahrt vom Stilfser Joch entbrannt. Während die Einen von einer Neutralisierung ausgingen, fuhr Nairo Quintana einen entscheidenden Vorsprung heraus.

Verwirrung herrscht beim Giro d´Italia um die Abfahrt vom Stilfser Joch auf der 16. Etappe und einer vermeintlichen Neutralisierung. Das Thema ist hochbrisant, da ausgerechnet auf dieser Abfahrt eine Gruppe um Nairo Quintana einen Vorsprung von zwei Minuten gegenüber den Mitkonkurrenten im Gesamtklassement herausfuhr. Nairo Quintana gewann später die Etappe und übernahm die Gesamtführung von Rigoberto Uran, der von einer Neutralisierung ausging und es ruhig angehen ließ auf der Abfahrt.

Aufgrund schlechter Sichtverhältnisse, Schneefällen und der damit verbundenen Gefahren der Abfahrt hatten die Rennorganisatoren  des Giro d´Italia folgende Mitteilung über Funk an die Teams herausgegeben:

"Attention: A communication to directeur sportives. The management of the organisation have planned to put ahead of the head of the riders, depending on the situation, of course, after the top, to place in front of various groups an organisation moto with a red flag. All to avoid having attacks on the descent and after this to ensure that the riders remain in their positions and to prevent taking big risks and, for all, to remain in this position until the security agents lower the red flag.”

Von Neutralisierung ist nicht die Rede, sondern von roten Flaggen, die von Motorädern geschwenkt werden und die Fahrer animieren sollen, in ihrer Gruppe zu bleiben. So könnte man es interpretieren, aber aufschlussreich ist es nicht.

Auf der Offiziellen Twitter Seite des Giro d´Italia erfolgte folgende Nachricht:

"Stelvio descent neutralised due to snow.

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Eine Twittermeldung ist aber keine offizielle Rennmeldung an die Sportlichen-Leiter. Die Nachricht verschwand wenige Minuten später auch von der Seite.

Dass es die Roten Flaggen gab, kann zweifelsfrei bewiesen werden. Nur wurde das Motorrad überholt? Welche Konsequenzen würde das haben?

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Fragen, auf die jeder nun jeder nach Antworten sucht, ganz besonders die Organisatoren des Giro d´Italia. In einer weiteren Mitteilung hatten die Giro-Organisatoren anschließend mitgeteilt, dass sich die roten Flaggen nur auf die ersten sechs Kehren bezogen, ungefähr die ersten 1.500 Meter der Abfahrt.  Eine Aussage, die aus dem Funkspruch nicht ersichtlich wird. Das Chaos ist groß.

Die sportlichen Leiter aller 22 Radsport-Teams wollten vor dem Start des 17. Teilstücks über mögliche Konsequenzen beratschlagen. Über den genauen Forderungskatalog der sportlichen Leiter wurde vorerst nichts bekannt.

Daniel Brickwedde am 28.05.2014