© dpa
<p>Werner Franke kritisiert die Ullrich-Erklärung. Foto: Patrick Seeger</p>

Doping-Jäger Franke: Ullrich-Erklärung «substanzlos»

Berlin (dpa) - Doping-Jäger Werner Franke hält die Erklärung Jan Ullrichs für «substanzlos». Die Ausführungen des Ex-Radprofis wertete der Heidelberger Molekularbiologe als «lächerlichen Versuch, einen Deckel auf die Affäre zu tun».

Ullrich war zuvor vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen Blutdopings schuldig gesprochen worden. In einem Statement hatte der gebürtige Rostocker daraufhin einen Kontakt zu dem Doping-Mediziner Eufemiano Fuentes eingeräumt. «Ich sehe das nach wie vor als völlig unzureichend an», sagte Franke der Nachrichtenagentur dpa. Ullrich habe eine Chance vertan, durch die Wahrheit mehr Licht in die Affäre zu bringen.

«Es ist doch lächerlich, sich jetzt auf Blutdoping zu beschränken», ergänzte der Wissenschaftler. «Aber ich sehe ihn nicht als Haupttäter», meinte Franke. «Wie kommt denn so jemand dazu, bestimmte Mittel zu nehmen?»

Für den Universitätsprofessor, der selbst jahrelang gegen Ullrich prozessiert hatte, ist der Fall noch lange nicht beendet. Das CAS-Urteil und Ullrichs Erklärung provozierten doch regelrecht weitere Recherchen und Untersuchungen, betonte Franke. «Stück für Stück wird alles rauskommen.»

Vor Franke hatte der Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel die Ullrich-Erklärung als völlig unzureichend kritisiert. «Er hat jahrelang gedopt. Sich jetzt mit einem Sorry zu verabschieden, ist natürlich relativ wenig», sagte der Nürnberger Pharmakologe der Nachrichtenagentur dpa.

Sörgel bemängelte außerdem, dass Ullrich den öffentlichen Druck als Grund für seine Fehler angibt - das Wort Doping in der Erklärung auf der Homepage aber kein einziges Mal auftaucht. «Das unterscheidet den großen Sportler vom ganz normalen Betrüger», erklärte der Wissenschaftler. Ullrich hätte Details nennen können und wäre damit auch ein Vorbild im Anti-Doping-Kampf gewesen. «Aber dazu hat er die Größe nicht gehabt», meinte Sörgel. «Wenn wir Sportler in Zukunft so aus der Verantwortung lassen, ist das natürlich nicht gut.»

Twitter
Text: dpa Fotos: dpa
10.02.2012

Artikel empfehlen |  Artikel drucken

RADSPORTNEWS dpa...
Absage
Sprinter Boonen verzichtet auf die Tour de France 16.05.2012 -

Livermore (dpa) - Sprinter Tom Boonen verzichtet wegen der Konzentration auf Olympia in diesem Jahr auf die Tour de France. Das verkündete der 31-jährige Belgier am Rande der Kalifornien-Radrundfahrt, wo der Profi vom Team Omega Pharma-QuickStep auf der 3. Etappe den dritten Platz belegt hatte.

mehr