Sattelstützen

Einzeltest: Federsattelstütze von Ergon

Kuehn am 27.05.2008

Die neue Federsattelstütze ”CR1” von Ergon funktioniert ebenso einfach wie effektiv: Zwei parallele Federstäbe, geformt aus unidirektional verlegten Carbonfasern, arbeiten ähnlich einer Blattfeder und federn bei einem Impuls nach hinten und leicht nach unten.

Die neue Federsattelstütze “CR1” von Ergon funktioniert ebenso einfach wie effektiv: Zwei parallele Federstäbe, geformt aus unidirektional verlegten Carbonfasern, arbeiten ähnlich einer Blattfeder und federn bei einem Impuls nach hinten und leicht nach unten. Im Labortest erreichte die Stütze aus deutscher Produktion unter Prüflast eine Federhärte von 115 Newton pro Millimeter. Im Vergleich zu den komfortabelsten Rahmen-Stützen-Kombinationen herkömmlicher Bauart, die wir bislang getestet haben, ist das theoretisch halb so hart – beziehungsweise doppelt so weich.

Auf der Straße macht sich der Effekt deutlich bemerkbar, die Stütze weicht einen bis zwei Zentimeter nach hinten aus. Kleinere Unebenheiten spürt man kaum, das Fahrgefühl bleibt direkt, obwohl die zwei Scharniere, durch die die Federstäbe mit der Sattelklemmung verbunden sind, bei unserem Prüfling etwas seitliches Spiel hatten. Eine Dämpfung vermissten unsere Testfahrer nicht.

Ein paar Nachteile hat die mutige Konstruktion dennoch: Durch den eingeschränkten Alu-Klemmbereich und die Auszugslänge von 17 bis 23 Zentimetern eignet sich die Stütze lediglich für geslopte Rahmen mit abfallendem Oberrohr. Bei Rahmen mit geradem Oberrohr gerät die Überhöhung zwischen Sattel und Lenker zu extrem. Für Rahmen mit einem größeren Sattelrohrdurchmesser als 27,2 Millimeter liefert Ergon bislang keine Adapter.

Die angebotene Version mit 31,6 Millimetern Durchmesser ist mit 3,5 Zentimetern Federweg eher für Mountainbikes konzipiert. Schwere Fahrer, die auf einen Komfortgewinn durch die Federstütze hoffen, scheitern leider am Gewichtslimit von 90 Kilogramm, das der Hersteller vorschreibt. Im Prüflabor EFBe hat die Stütze eine Dauerprüfung mit 100.000 Lastwechseln und einer Prüfkraft von 110 Newton bestanden.

PLUS: deutlich gesteigerter Fahrkomfort; gewohnte, schlanke Optik

MINUS: Adapter für unterschiedliche Sattelrohrdurchmesser nicht lieferbar; Federhärte nicht einstellbar; große und schwere Fahrer scheitern am Gewichtslimit; nicht für alle Rahmengeometrien geeignet

Bezug/Info: RTI Sports; Telefon 02630/9552-0; www.rtisports.de

Preis: 239,95 Euro, Durchmesser 27,2 mm, Gewicht: 335 Gramm

Varianten: CM1, 31,6 mm Durchmesser, 3,5 cm Federweg

Foto: Daniel Simon 

Kuehn am 27.05.2008