Reifentest Reifentest

Test 2016: Rennrad-Reifen zwischen 14 und 70 Euro

Teuer gegen billig: 12 Rennradreifen im Test

Robert Kühnen am 19.03.2017

Leicht rollen, gut haften, lange halten: Top-Rennradreifen können das – aber auch solche für 14 Euro? Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und je zwei Reifen von sechs Herstellern gegeneinander antreten lassen.

70 Euro für 220 Gramm Reifen? Material­verliebte Rennradler zucken da möglicherweise mit den Schultern, aber für viele Hobby­sportler ist das ein irrer Tarif: Für das Geld bekommt man auch einen ausgewachsenen Autoreifen, der mindestens 50-mal mehr wiegt und deutlich länger hält. Die Reifenhersteller begründen die ­hohen Preise für ihre Top-Gummis damit, dass Rennrad­reifen viel Handarbeit erfordern und dass der Aufwand für einen zarten Rennrad-Pneu ähnlich groß ist wie für einen Autoreifen. Das stimmt. Aber Handarbeit hin oder her: Es gibt im Handel Rennradreifen auch schon ab zehn Euro. Taugen die gar nichts, weil für sinnvolle Zutaten kein Budget da ist, oder sind Top-Reifen gar nicht so viel besser? ­Sondern vor allem teurer?

DRAHT STATT KEVLAR

Um das herauszufinden, haben wir sechs große Hersteller eingeladen, uns neben ihren besten Allroundreifen zusätzlich ihre jeweils günstigsten Pneus zur Verfügung zu stellen. Die Günstigen wiegen im Mittel 305 Gramm (pro Stück) und sind damit merklich schwerer als die Top-Modelle, die durchschnittlich nur 217 Gramm auf die Waage bringen. Ein guter Teil des Mehrgewichts entfällt dabei auf die Reifenkerne aus Stahldraht, die den sicheren Halt auf der Felge gewährleisten – darin hat der Begriff "Drahtreifen" seinen Ursprung.

Bei den teureren Modellen ist der Kern aus Kevlar- oder Carbonfäden, was sie faltbar macht – daher der Name "Faltreifen". Der Drahtring erhöht das Gewicht pro Reifen um rund 80 Gramm, dafür ist er ein paar Euro günstiger als die faltbare Version. Die High-End-Reifen sind durchweg faltbar, sie unterscheiden sich nur im Aufbau und den Gummimischungen. Vittoria mischt seinen hochwertigen Reifen neuerdings Graphen bei; vereinfacht gesagt, ist das eine Variante des Bleistift-Graphits aus der Nano-­Technologie, der wahre Wundereigenschaften für unterschiedlichste Anwendungen zugeschrieben werden. Reifen sollen mit Graphen leichter ­rollen, besser haften und langsamer verschleißen. 

Fotostrecke: Reifentest Teuer gegen Billig

Den gesamten Reifentest mit diesen Rennrad-Reifen finden Sie unten als PDF-Download:

  • Continental Grand Prix 4000 S II 25 (54,90 Euro) - (TOUR Testsieger)
  • Continental Ultrasport II 25 (19,90 Euro)
  • Hutchinson Fusion 5 Galactik 25 TL (69,95 Euro)
  • Hutchinson Equinox 23 (32,50 Euro)
  • Michelin Power Competition 25 (55,95 Euro)
  • Michelin Dynamic Sport 25 (13,95 Euro)
  • Schwalbe Pro One 25 (69,90 Euro)
  • Schwalbe Lugano 25 (17,90 Euro)
  • Specialized Turbo Cotton 26 (59,90 Euro)
  • Specialized Espoir Sport 25 (17,90 Euro)
  • Vittoria Corsa 25 (69,95 Euro)
  • Vittoria Zaffiro Pro  25 (24,95 Euro) - (TOUR-TIPP: Trainigsreifen)
TOUR Titel 9/2016

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Robert Kühnen am 19.03.2017
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