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Reifen

Reifentest 2011

Robert Kühnen am 26.09.2011

Wer baut den besten Allround-Reifen für Training und Wettkampf? 12 Reifen im knallharten TOUR-Gummi-Check.

Es riecht. Es riecht sogar ziemlich herzhaft – nach Gummi. Den intensiven Geruch verströmen rohe Gummimatten in den Werkshallen des Reifenherstellers Continental im hessischen Korbach. „Felle“, nennt Conti-Entwickler Wolfgang Arenz die dicken Lappen. Schwer vorzustellen, dass daraus beinahe zart anmutende Rennradreifen werden sollen. Die Felle werden zu schmalen Streifen zerschnitten und in Maschinen namens Extrudern zu den dünnen Gummistreifen gespritzt, die später die Lauffläche der Rennradpneus bilden. Darin stecken Polymere, Ruß, Silika, Kautschuk und andere Zutaten, die dem Fahrradgummi seine gewünschten Eigenschaften verleihen. Das Rezept? Streng geheim! Die Mischung, das zeigen die Tests der vergangenen Jahre, hat gewaltigen Einfluss auf die Leistung von Rennradreifen.

Continental gelingt mit seiner Mischung seit Jahren die Quadratur des Kreises: Sie vereinen in ihren besten Reifen Eigenschaften, die technisch eigentlich widersprüchlich sind: beste Haftung, niedriger Rollwiderstand und bessere Pannensicherheit als die Wettbewerber. Nun greift Michelin mit einer komplett neuen Reifengeneration an, der Pro4-Familie. Daraus testen wir den Pro4 Comp mit neuer Reifengeometrie und neuer Mischung. Die Franzosen werben damit, dass sie vor allem an der Kombination aus optimaler Haftung und niedrigem Rollwiderstand gearbeitet haben. Dazu haben sie auch den ersten praxisnahen Haftreibungs-Test der Fahrradreifenindustrie entwickelt. Aber reicht das, um Conti den ersten Platz im Test streitig zu machen? Die Hessen haben ihr Programm ebenfalls überarbeitet; der GP 4000 RS wird nicht mehr produziert, seine Technik lebt aber in dem Reifenpaar Attack und Force weiter: Vorder- und Hinterreifen sind unterschiedlich breit (22 bzw. 24 Millimeter), der Vorderreifen ist zudem mit einer extra breiten Pannenschutzlage ausgestattet. Damit soll das Pärchen so schnell sein wie der RS, aber gleichzeitig länger haltbar und widerstandsfähiger gegen Pannen.

Für den aktuellen Test haben wir sechs Hersteller eingeladen und zum jeweiligen Top-Modell noch je einen robusteren (und, wenn im Angebot, breiteren) Reifen geordert, um herauszufinden, ob diese eventuell die besseren Reifen für Herbst, Winter und schlechte Pisten sind. Ein neuer, spezieller Regenreifen von Schwalbe ergänzt die Auswahl, die wir bei Fahrtests und im Labor auf Rollwiderstand, Pannensicherheit und Nasshaftung hin untersucht haben.

Die Testergebnisse dieser Reifen finden Sie im PDF-Download:
Continental GP Attack/Force
Continental Grand Prix 4Season
Hutchinson Fusion 3
Hutchinson Fusion 3 Tubeless
Michelin Optimum
Michelin Pro4 Race Comp
Schwalbe Ultremo DD
Schwalbe Ultremo ZX
Specialized Roubaix Pro
Specialized Turbo Pro
Vittoria Diamante Pro
Vittoria Rubino Pro

Robert Kühnen am 26.09.2011