Lenkeraufsätze Lenkeraufsätze
Lenker

Lenkeraufsätze

Manuel Jekel am 30.08.2004

Auf dem Rad liegen, klingt gemütlich. Ist es auch, mit Aero-Lenkern. Und es ist verdammt schnell: Nichts bringt so viel Speed-Gewinn wie ein Liegelenker. Legen Sie sich in Position. Wir sagen Ihnen wie und mit welchem Aufsatz. (TOUR 8/2004)

Angenommen, fürs Auto gäbe es ein leicht nachrüstbares Zubehörteil, das den Verbrauch reduziert und das Tempo erhöht. Wetten, der Hersteller könnte sich vor Nachfragen kaum retten? Fürs Rennrad gibt es so ein Wundermittel: den Aero-Lenker, auch Lenkeraufsatz oder Liegelenker genannt. In diesen Namen stecken auch schon alle Vorzüge: Die Aufsätze bringen den Fahrer in eine gestreckte, windschlüpfrige Position; derart flachgelegt und mit den Unterarmen abgestützt, entlastet man zudem den Oberkörper von mühsamer Haltearbeit – auch das spart Energie. Fahrer mit Liegelenker sind deshalb bei gleicher Tretleistung schneller unterwegs als Radler mit herkömmlichem Rennlenker.

Wie schnell Aero-Lenker machen, demonstrierte der Brite Glenn Cook 1987, als er überraschend Europameister im Mitteldistanz-Triathlon wurde. Es ist also klar: Je höher das Tempo, desto wichtiger die Aerodynamik. Ein Zeitfahrer in extremer Liegeposition verringert seinen Luftwiderstand um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu einer aerodynamisch guten Unterlenkerhaltung – ein gewaltiges Optimierungspotenzial im Kampf um Sekunden, aber auch eine Tortur für den Rücken wegen der dazu nötigen, extrem gebeugten Oberkörperposition. Wer jedoch die Aerodynamik nicht auf die Spitze treibt, kann in bequemer Haltung den Luftwiderstand noch immer um 10 bis 20 Prozent reduzieren – etwas Eingewöhnungszeit für die Muskulatur vorausgesetzt.

Profis liegen auf ihren Zeitfahrmaschinen meist auf sündhaft teuren Liegelenkern aus einem Stück, die sich aber nur eingeschränkt anpassen lassen. Liegelenker-Novizen fahren meist besser mit separaten Lenkeraufsätzen, die vom Basislenker getrennt sind. Davon gibt es zwei Grundtypen: Aufsätze, die durch vielfache Justiermöglichkeiten angepasst werden, und weniger variable, die es stattdessen in verschiedenen Längen gibt. Die variablen Aufsätze laden zwar dazu ein, bei der Positionsfindung zu experimentieren, doch viele Einstellungsmöglichkeiten erschweren die Montage und erhöhen das Gewicht. Deshalb sind vorab in passender Länge ausgewählte Aufsätze oft die bessere Wahl, vorausgesetzt man kann vor dem Kauf Probe fahren.

Diese Lenkeraufsätze finden Sie im Test:
Deda Clip-Black, Eston AeroForce, ITM Chronovip 3, Oval A 700 Slam, Profile Split Second AL, Ritchey Prologue Clip-on, Syntace C2 Clip SLS Ultralight, 3T Bio Arms

Manuel Jekel am 30.08.2004