Laufräder

Laufradtest 2010

Kuehn am 20.06.2010

Die Carbon-Welle rollt und rollt, aber Aluminium ist deswegen noch lange kein Alteisen. 16 Laufräder zwischen 185 und 1.650 Euro zeigen, was heute mit Aluminiumfelgen alles möglich ist – vom Leichtbau- bis zum Aerorad.

Was macht ein Laufrad zu einem guten Laufrad – außer schönes Aussehen? Leicht soll es sein. Wegen der Berge, und weil jeder eine Waage zu Hause hat. Ein Unterkapitel des Gewichts ist die Trägheit der Räder: Sie bestimmt, wie leicht sie sich beschleunigen lassen, was nicht nur mit dem Gewicht, sondern auch mit der Verteilung der Masse zu tun hat – und von dieser sollte möglichst wenig am äußeren Rand des Laufrades liegen. Schnell heißt aber nicht nur leicht und agil, sondern vor allem auch aerodynamisch. Denn der mächtigste Gegner des Rennradfahrers ist der Fahrtwind, der sich unsichtbar im Speichenverhau fängt und so die Fahrt bremst. Damit die Kraft einwandfrei auf die Straße kommt, sollte das Rad außerdem steif sein, was meist auch der Haltbarkeit des Systems zugutekommt. Und als Teil des Bremssystems sollen die Felgen möglichst einwandfrei ver zögern. Zusammengefasst lauten also die Kriterien: leicht, aerodynamisch, steif, langlebig und gut bremsbar. Wie gut die Laufräder diese zum Teil widersprüchlichen Anforderungen erfüllen, haben wir im Windkanal der Technischen Universität von Lyon, auf der Straße und im TOUR-Labor geprüft.

Ein breites Testfeld

Die 16 Testlaufradsätze sind Allrounder mit unterschiedlichen Schwerpunkten und decken ein Gewichtsspektrum zwischen 1.341 und 1.935 Gramm ab, der Mittelwert liegt bei 1.635 Gramm. Die Felgen sind zwischen 20,8 und 41,6 Millimetern hoch und tragen zwischen 16 und 28 Speichen. Die sind zwischen 1,2 und 4 Millimeter dick, teils rund, teils aerodynamisch geformt. Alle Räder sind für Drahtreifen geeignet, Shimanos “Ultegra”Räder und die “RR1450 Tricon” von DT Swiss dichten auch schlauchlose Reifen .

KURZ & KNAPP

Mit Aluminium als Basis lassen sich vernünftig leichte, steife und aerodynamische Laufräder herstellen, die sowohl für Training als auch Wettkampf taugen. Die Zutaten sind mittelhohe Profile mit tropfenförmigem Querschnitt für die Felgen und wenige Speichen. Das macht die Räder recht aerodynamisch und dennoch passabel leicht. Drei Räder liegen in der Gesamtwertung gleichauf: Campagnolos “Zonda”, das SRAM “S27 AL Comp” und das SRAM “S30 AL Race”. Höhere Profile aus Aluminium bringen in diesem Test nur einen sehr kleinen zusätzlichen AeroVorteil. Die Spitze im AluLeichtbau markiert Mavics “RSys SL”.

Die Testergebnisse dieser Laufräder finden Sie unten als PDF-Download:

A Class alx 680

Campagnolo Zonda

DT Swiss RR-1450 Tricon

Easton EA90 TT

Mavic Aksium

Mavic Ksyrium Elite

Mavic R-Sys SL

Reynolds Solitude

Ritchey WCS Zeta

Shimano Ultegra WH-6700

SRAM S27 AL Comp

SRAM S30 AL Race

Tune Edelweisz

Veltec Typhus

Vision Trimax Pro

Xtreme Aero Wheels II

Campagnolo Zonda: eines der besten Allroundräder im Test. Bewährtes, asymmetrisches „G3“-Einspeichmuster hinten, vorne radial

Mavic „Ksyrium Elite“: solides, aufwendig gefertigtes Allround-Laufrad mit betont zuverlässigem Auftritt. Steif, geringe Toleranzen

SRAM „S30 AL Race“: Mit bauchiger Felge und wenigen Speichen gelingt der Kompromiss: leicht, steif, aerodynamisch – super gemacht

A-Class „alx 680“ – Die schön gemachte Spezialnabe spannt das zweithöchste Felgenprofil im Test mit aerodynamischen Bestwerten

Xtreme „Aero Wheels III“: Kräftige Farbakzente heben den Allrounder des Versenders Rose aus dem vorherrschenden Farbeinerlei hervor

Kuehn am 20.06.2010