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Kurbeln

Power2max

Kuehn am 10.02.2010

Neues Leistungsmessgerät: Power2max setzt auf das bewährte SRM-Prinzip der Leistungsmessung in der Kurbel – zum deutlich günstigeren Preis.

Der neue Leistungsmesser Power2max bietet das Prinzip des Marktführers SRM zum Kampfpreis: Saxonar, eine auf Datenfunktechnik spezialisierte Firma aus dem sächsischen Waldhufen verlangt 690 Euro für den Sensor und ab 890 Euro mit Kurbeln (ohne Kettenblätter). In vergleichbarer Ausführung ist das System bei SRM etwa dreimal so teuer. Zur Messung verwendet Saxonar Dehnmesstreifen, die im austauschbaren Kurbelstern das Drehmoment messen, das von der Tretlagerwelle auf die Kettenblätter übertragen wird. Das Prinzip ist bei SRM abgeschaut, deren Patent ausgelaufen ist. Die Elektronik ist wasserdicht und stabil in Kunststoff vergossen. Das System ist nicht reparierbar, Firmware-Updates und Kalibrierungen sind im Werk möglich. Von außen leicht zugänglich ist die Batterie – ein Plus gegenüber SRM, das zum Batterietausch (und zur Neukalibrierung nach längerem Gebrauch) eingeschickt werden muss. Saxonar behauptet, eine Rekalibrierung sei auch nach längerer Betriebszeit nicht notwendig. Die Batterie soll 300 bis 400 Stunden halten. Ein in den Kurbelstern integrierter Beschleunigungssensor erfasst die Trittfrequenz, was die Montage stark vereinfacht und eine mögliche Fehlerquelle eliminiert.

Anschlussvielfalt

Die Funksignale des Sensors können Computer empfangen, die im ANT+-Standard arbeiten (Garmin, o-synce u.a.). Saxonar baut keinen eigenen Computer. Kompatible Kurbeln kommen von SRAM, Rotor und TA. Kurbelsterne für Kompakt- oder Standardblätter stehen zur Wahl, BB30-Lager für SRAM und Rotor sollen bald verfügbar sein.

Zum Test montierten wir eine 3D-Rotor-Kurbel mit runden SRAM-Blättern und einen Edge- 500-Computer von Garmin. Zum Werte-Vergleich verwendeten wir eine bewährte PowerTap- Nabe, deren Daten ein zweiter Computer speicherte. Die Geräte zeigen bis auf Rundungsdifferenzen der Anzeige sehr synchron an. Ob Dauerbelastung oder Sprintspitzen – die Leistungsanzeige differiert um 1,3 bis 2 Prozent. Die etwas niedrigeren Werte von PowerTap im Vergleich zu Power2max sind durch Reibungsverluste im Antriebsstrang zu erklären. Saxonar gibt eine Genauigkeit von +/-2 Prozent an. Unsere Tests deuten aber darauf hin, dass die Genauigkeit sogar höher ist. Super ist die automatische Kalibrierung der Nullstelle (die temperaturabhängig ist). Das Gerät kalibriert sich selbsttätig – immer dann, wenn nach mindestens fünf Umdrehungen die Kurbel still steht. Das funktioniert, wie unser Versuch bestätigt, bei dem der Kurbelsensor auf -5 Grad abgekühlt und dann bei Raumtemperatur genutzt wurde. Kurze Tretpausen reichten dem Gerät, die Temperaturspannungen zu kompensieren. Analog zu SRM bietet Power- 2max professionellen Anwendern auch, die Kalibrierung mithilfe von Prüfgewichten zu kontrollieren. Minuspunkt: Bei drei von fünf Tests auf der Rolle setzte die Leistungsanzeige insgesamt fünf Mal aus, wenige Sekunden bis zu eine Minute lang. Unklar ist, ob Sensor oder Empfänger dafür verantwortlich sind. Saxonar hält auf Nachfrage Interferenzen mit anderen Funkquellen wie WLAN für möglich. Der Leistungsmesser Power- 2max ist preisgünstig und einfach zu bedienen. Messkonzept, Genauigkeit und die gute Verarbeitung gefallen. Einige Details sind sogar besser gelöst als bei SRM. Die Aussetzer beim Rollentraining aber werfen Fragen auf. Wie übertragungssicher und haltbar das Gerät ist, muss ein Langzeittest zeigen.

• Gewicht Rotor 3D-Kurbel mit Sensor, 172,5 mm ohne Lager, 53/39 Z.: 882 Gramm

• Preis inkl. Rotor-Kurbeln, ohne Kettenblätter: 990 Euro

• Sensor alleine 271 Gramm, 690 Euro

• Bezug/Info www.power2max.de

Text und Foto: Robert Kühnen

Kuehn am 10.02.2010