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Test: Scheibenbremsen

Jens Klötzer am 17.02.2014

Die Rahmenhersteller wären für die Scheibenbremse bereit, und auf dem Teilemarkt regen sich große und kleine Anbieter. TOUR hat sieben mechanische Systeme getestet.

Hört man sich in der Branche um, sind die Einschätzungen zum Potential der Disc am Renner eher verhalten. Man spricht von einem Nischenthema, von Komfort- und Reiserädern. Viel sei da nicht drin – zumindest solange die UCI nicht mitspielt. Der Radsportweltverband schreibt im Straßenrennsport weiterhin zwei Felgenzangenbremsen vor und hat zudem denkbar wichtigere Reformen am Hals als das technische Reglement. Doch das ist eine andere Geschichte. Was aber aus dem Reglement fällt, verkauft sich nicht gut, sagen die Produktentwickler aus Erfahrung. Sie verweisen auf Versuche mit Federgabeln und Y-Rahmen, legendäre Rohrkrepierer der Neunzigerjahre.

Dennoch gibt es Gründe, Produkte zu entwickeln. Für die Querfeldein-Disziplin wurde das Verbot vor drei Jahren aufgehoben, seither steigen sowohl das Angebot als auch die Verkaufszahlen. Doch Cross wird ein kleines Segment bleiben; zu gerne würde die Industrie den Trend mit neuen Modellen auf die Straße bringen. Wenn’s geht, auch ohne den Segen der UCI. Dass die Rahmenhersteller gerüstet sind, haben spätestens die Herbstmessen 2013 gezeigt, auch wenn dort noch etliche Prototypen standen. "Wenn Nachfrage da ist, sind wir vorbereitet", so die fast einhellige Botschaft.

Und die Bremsenbauer? Die machen zum strategisch wohlüberlegten Zeitpunkt einfach ihre Schubladen auf – schließlich ist es ein Trend mit Ansage, die Technik über Jahre am Mountainbike gereift und bei Größen wie Shimano oder SRAM längst komplett im Haus, könnte man meinen. Die Auswahl per Seilzug ansteuerbarer Systeme, die sich mit den gängigen Rennradhebeln kombinieren lassen, ist heute schon stattlich, obwohl erst wenige Anbieter mitspielen. Zu unserem Vergleichstest gehören Modelle der großen Gruppenhersteller SRAM und Shimano sowie der Bremsenspezialisten Tektro/TRP und Hayes. Jeder Hersteller konnte mit zwei Produkten teilnehmen; SRAMs preiswerte BB5 wird gerade überarbeitet, die Amerikaner schickten daher nur die bewährte BB7 Road ins Rennen. In einem weiteren Vergleich sollten eigentlich die vollhydraulischen Systeme von Shimano und SRAM gegeneinander antreten. Doch kurz vor Redaktionsschluss musste SRAM die komplette Produktion der Hydraulikbremsen zurückrufen, da ein Problem mit den Dichtungen des Hauptbremszylinders festgestellt wurde. Mit 19.000 Produkten gehört der Rückruf zu den größten der Fahrrad branche überhaupt. Notgedrungen beschränkt sich dieser Test also auf einen Vergleich mechanischer Systeme.

Die Testergebnisse dieser mechanischen Scheibenbremsen finden Sie im PDF-Download:

• Avid BB7 Road
• Hayes CX Pro
• Hayes MX5
• Shimano CX 77
• Shimano BR-R 515
• TRP HyRd
• TRP Spyre

Jens Klötzer am 17.02.2014