Test 2016: Komplettgruppe Campagnolo Potenza Test 2016: Komplettgruppe Campagnolo Potenza

Test 2016: Komplettgruppe Campagnolo Potenza

Shimano Alternative: Das kann die Campagnolo Potenza

Manuel Jekel am 27.07.2016

Seit Jahren hat Campagnolo in der Mittelklasse einen schweren Stand, denn Shimanos Ultegra dominiert den Markt. Die neue Gruppe soll’s nun richten. Ob die Potenza das Zeug dazu hat, zeigt der Test.

An der Spitze ist alles klar, dahin­ter herrscht Durcheinander: Das beschreibt keine Rennsituation sondern das Komponenten-­Sortiment der ­italienischen Traditionsmarke Campagnolo. Die Top-Gruppen namens ­(Super-)Record und Chorus sind seit ­vielen Jahren etabliert, doch im mittleren Preisbereich erschweren feinste Unterschiede und vor allem häufig wechselnde Bezeichnungen der Gruppen die Orientierung.

Zuletzt war 2010 die Athena angetreten, um dem Platzhirsch Shimano Marktanteile streitig zu machen. Doch obwohl technisch mindestens ebenbürtig, war die Gruppe wenig erfolgreich. Das lag und liegt nicht zuletzt an der Preispolitik der Italiener. Mit Kurbel und Bremshebeln aus Carbon rückt die Athena sehr nah an die Chorus heran und ist letztlich doch deutlich teurer als die japanische Konkurrenz. Folglich kosten auch – ohnehin selten angebotene – Komplett­räder mit Athena-Ausstattung mehr als Ultegra-Renner. Die günstigere Campa-Alternative namens Centaur ist technisch fast identisch mit der Athena, verfügt aber nur über zehn Ritzel und gilt, spätestens seit Shimano die Ultegra- und sogar die 105-­Gruppe auf Elffach-Antrieb ­aufgerüstet hat, als nicht mehr up to date.

Mit der neuen Potenza will Campa nun Boden gut machen und räumt gleichzeitig sein Portfolio auf: Athena und Centaur gibt es künftig nicht mehr – sie werden durch das neue, preiswerte Elffach-Ensemble ersetzt. Deren Look entspricht dem der teureren Gruppen: Die VierarmKurbel ist ähnlich dynamisch-­kantig gestaltet, Hebel und Bremsen behalten das bewährte, klassische Design.

Auffällig ist der völlige Verzicht auf Carbon, womit Campa bisher auch in der Mittelklasse nicht unbedingt sparsam umging. Die Kurbel ist hohl geschmiedet, auch Schaltwerk und Bremsgriffe sind aus Alu. Das Finish ist dezent, matte und polierte Flächen wechseln sich auf den schwarz eloxierten Teilen ab. Nicht nur Stahlrahmen-Fans wird freuen, dass es zusätzlich eine silberne Variante gibt. Damit lassen sich auch klassische Räder optisch passend mit moderner Technik ausrüsten. Trotz der Verwendung von Metall statt Carbon ist die Potenza nicht schwer. Sie kann die Ulte­gra zwar nicht unterbieten, wiegt aber nur knapp 80 Gramm mehr: Kurbel und ­Innenlager sind etwas schwe­rer als bei der Ultegra (800 zu 690 Gramm), Hebel und Bremsen dagegen etwas leichter.

Alles über die neue Campagnolo Potenza lesen Sie im Artikel, den Sie unten als PDF downloaden können.

Fotostrecke: Test 2016: Komplettgruppe Campagnolo Potenza

KURZ & KNAPP

Campagnolos neue Potenza-Gruppe ist nicht sehr innovativ, aber trotzdem eine attraktive Alternative zu Shimanos Ultegra. Sie bietet das gute Schaltverhalten der teureren Campa-Gruppen und ist genauso robust und haltbar. Eine positive Überraschung sind die neuen Brems­beläge – und der günstige Preis. Die silberne Variante ist zudem die derzeit einzige Option für Fans klassischer Optik.

TOUR Titel 7/2016

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Manuel Jekel am 27.07.2016
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