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Report: Scheibenbremsen

Jens Klötzer am 14.11.2013

Scheibenbremsen werden zur Zeit als großer Fortschritt der Rennrad-Technik verkauft. Doch sind sie wirklich die Lösung aller Bremsprobleme? TOUR hat sich mit den neuen Stoppernund aufwendiger Messtechnik in Grenzsituationen gewagt.

Höhere Bremspower und geringere Handkräfte, bessere Dosierbarkeit, weniger Probleme bei Nässe und keine Gefahr durch platzende Schläuche oder sich auflösende Carbonfelgen – auf den ersten Blick scheint es, als sei die Scheibenbremse am Rennrad ein Heilsbringer. Wer schon mal welche ausprobieren konnte, wird das auch zunächst bestätigen. Tatsächlich fühlt sich Bremsen mit der Scheibe auf Anhieb besser an: definierter, präziser, sicherer und leichter. Man kann feinfühliger dosieren und besser auf den Punkt anbremsen – und das kann letztlich auch schneller machen.

Fotostrecke: Aufbau des Scheibenbremsentests

Was sich zunächst nach großem Fortschritt anhört, hat seine Tücken. Denn auch die Scheibenbremse funktioniert nach dem Prinzip aller Fahrradbremsen: Sie wandelt die Bewegungsenergie durch Reibung in Wärme um. Und diese Wärme muss irgendwo hin. Im besten und normalen Fall wird sie einfach vom Fahrtwind geschluckt. Im schlechteren Fall reicht die Luftkühlung wegen zu geringer Geschwindigkeit und Dauerbremsen nicht aus. Scheibe und Beläge überhitzen und es setzt das sogenannte Fading ein – ein hitzebedingter Abfall des Reibwertes und damit der Bremskraft. Das kann bis zum Totalausfall der Bremse führen. 

Steile und lange Gefällestrecken, in denen der Bremse keine Pause gegeben werden kann, sind deshalb die härteste Anforderung für jede Bremse – das mussten auch wir auf früheren Testfahrten im Gebirge schon erleben, als Scheibenbremsen auf steilen Abfahrten versagten. Das Fading lässt sich mit richtigem Bremsverhalten – kurz und kräftig mit beiden Bremsen verzögern und dazwischen laufen lassen – hinauszögern oder verhindern. Aber in allen Situationen? Auch wenn enge und kurvenreiche Straßen, schlechter Belag oder Autoverkehr auf einer Passabfahrt zu pausenlosem Schleifkontakt zwingen? Unter welchen Bedingungen wird es wirklich kritisch, und mit welcher Kombination aus Scheibe und Belag geht man auf Nummer sicher? Das wollten wir mithilfe moderner Messtechnik auf einer ausgewählten Teststrecke und mit Versuchsreihen auf dem Prüfstand herausfinden.

Unsere Messungen zeigen: Die Scheibenbremse am Rennrad löst zwar viele Probleme, schafft aber auch neue. Lange Steilabfahrt, schwerer Fahrer: Dann können unterdimensionierte Bremsen überhitzen und ausfallen. Das Risiko lässt ich mit der Auswahl geeigneter Komponenten minimieren.

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Jens Klötzer am 14.11.2013