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Radsportkunst in Frankfurt

Bauer am 06.06.2008

Kunst und Radsport sind eine schöne Kombination. Das findet ein Frankfurter Galerist und stellt den Sport in der Kunst in den Mittelpunkt seiner Galerie.

Kunst und Radsport sind eine schöne Kombination – findet ein
Frankfurter Galerist und stellt den Sport in der Kunst in den Mittelpunkt seiner Galerie. Vom 14. Juni bis zum 12. Juli 2008 sind in seiner Galerie in der Ausstellung „Bergetappe“ Bilder von Axel Gercke zu sehen, einem jungen Künstler aus Erlangen.

TOUR: Herr Gercke, wie kommt ein Künstler auf das Thema Radsport?
An der Uni hatte ich zunächst einen Professor, bei dem ich gelernt habe Figuren zu malen, beim nächsten eher Landschaften. Beim Radsport habe ich die perfekte Verbindung aus beidem und vor allem kann ich malen, was mich interessiert. Ich habe große Hochachtung vor der Leistung der Sportler, die fast das ganze Jahr an ihren physischen und psychischen Grenzen fahren. Faszinierend ist auch die Taktik im Radsport und dann ist es die Ästhetik, etwa wenn das bunte Peloton – wie so oft – an einer tollen Kulisse vorbeirauscht. Nicht zu vergessen die Zuschauernähe, es ist ein Sport zum Anfassen.

Wie finden Sie ein Motiv?
Ich nehme die Rennen im Fernsehen auf, male aber die Komposition des Bildes nicht genau ab. Um Dynamik ins Bild zu bekommen, muss ich Sachen weglassen oder zum Beispiel einen Baum hinzufügen. Aber viele Ideen kommen auch aus dem Kopf, denn ich war auch schon oft vor Ort. Bei der Deutschland-Tour, der Bayern-Rundfahrt oder anderen Rennen. Das Zeitfahren bei der Deutschland Tour 2007 mit dem Sieg von Jens Voigt war richtig toll.

Wie lange malen Sie schon Rennradbilder?
Ich habe 2004 mit einer kleinen Serie angefangen. Inzwischen wird vom Radsport nur noch im Zusammenhang mit dem Thema Doping gesprochen, aber andere Sportarten sind auch nicht besser. Ich habe gerade deshalb aus Trotz weitergemalt, denn Radsport ist eine tolle Sportart und bei der Dopingdiskussion spielt viel Verlogenheit mit. Doping hat es immer gegeben, jetzt wird plötzlich so getan, als ob es keiner gewusst hat. Außerdem sollte man nicht vergessen: Es gibt auch viel Fairness im Radsport. Wo sonst arbeiten Gegner zusammen, wenn sie in der Spitzengruppe sind. Oder wenn ein Spitzenreiter jemand anderem den Etappensieg überlässt...

Wie reagieren die Leute?
Es gibt einfach sehr viele Leute, die den Radsport lieben. Letztes Jahr hat es bei der Tour de France zwar wieder einen großen Skandal gegeben, aber im Großen und Ganzen ändert sich nichts. Ich höre oft: endlich gibt es mal so etwas. Ich erreiche die Radsportfans über Galerien – in Nürnberg kennt man mich mittlerweile. Die Leute sind auch bereit, für die Bilder Geld auszugeben, denn wenn man sich ein Rennrad kauft, ist der Preis auch nach oben offen.

Fahren Sie selber auch?
Ich fahre auch selbst Rennrad – allerdings nur hobbymäßig aus Spaß, also keine Wettkämpfe. Mein Galerist in Frankfurt, Jürgen Wolfstädter, ist ein absoluter Rennradfan. Er kommt manchmal und dann radeln wir durch die Fränkische Schweiz. Für ihn ist es ganz locker und ich bin dann immer total fertig.

Vernissage: Freitag 13. Juni 2008, 18.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 14. Juni - 12. Juli 2008

Öffnungszeiten: Mi. bis Fr. 14:00 - 18:00 Uhr, Sa. 11:00 - 16:00 und nach Vereinbarung

Adresse: Galerie wildwechsel, Fahrgasse 8, 60389 Frankfurt, 

www.galerie-wildwechsel.de

(Interview: Kristian Bauer)
 

Bauer am 06.06.2008