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Gedopt aufs Ötztaler-Podium?

Kristian Bauer am 02.02.2015

Jetzt ist es raus: Der Radamateur Emanuel Nösig wurde bei der Österreichischen Meisterschaft Berg positiv getestet. In den letzten Jahren erzielte er zahlreiche Podiumserfolge bei Amateur- und Jedermann-Rennen. Beim Ötztaler Radmarathon 2014 wurde er Zweiter.

Seit mehreren Tagen kursierten Gerüchte über den positiven Dopingfall bei der Österreichischen Meisterschaft Berg 2014 (TOUR berichtete). Schnell wurde bekannt, dass es sich um einen Top-Fahrer der österreichischen Jedermann-Szene handelt. Heute hat der Österreichische Radsportverband auf seiner Homepage den Namen bekannt gegeben: Emanuel Nösig wurde positiv getestet. "Furosemid + Anabol-androgenes Steroid – Testosteron" wurden laut ÖRV bei ihm festgestellt. Auf Anfrage von TOUR hatte Nösig letzte Woche noch geantwortet, dass er nur vergessen habe ein Medikament anzugeben und es "keine Leistungssteigernde Substanz" sei. Nach Rücksprache mit seinem Anwalt wollte er Fragen von TOUR nicht beantworten.

In der Jedermann-Szene ist Nösig ein bekannter Podiumskandidat: 2014 wurde er Zweiter beim Ötztaler Radmarathon, siegte beim Eddy Merckx Classic und Engadiner Radmarathon, landete bei der Schwalbe TOUR Transalp 2014 auf Platz 5 und gewann in der Vergangenheit den Achensee Radmarathon, den Arlberg Giro, Amadé Radmarathon und andere Rennen. Im Amateurbereich siegte Nösig 2014 bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft der Amateure im Einzelzeitfahren und wurde Österreichischer Bergmeister.

Ötztaler 2014

Ötzi-Podium 2014: Stefan Kirchmair, Roberto Cunico und Emanuel Nösig (rechts)

In einem Interview auf der Internetseite speed-ville.de stufte er sich selbst als Halbprofi ein "Ob es für mich und viele andere nur mehr ein Hobby ist würde ich nicht sagen, wenn man zwischen 15.000-20.000 km im Jahr fährt. Fast alle haben Sponsoren, die uns den Radsport finanzieren, das ist ja auch ein gewisses Einkommen." Zynisch klingt im Nachhinein sein Zitat über Egoismus in der Jedermann-Szene: "Es gibt natürlich auch Fahrer, die über Leichen gehen würden im Hobbysport. Das sind aber sehr wenige."

Kristian Bauer am 02.02.2015