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Rennrad Trainingslager mit Plan

So führt das Trainingslager zum erwünschten Erfolg

Robert Kühnen am 10.04.2017

Ein Trainingslager kann der Vorbereitung einen enormen Schub geben. Hier erfahren Sie, warum das eine gute Idee ist, die aber oft schlecht umgesetzt wird.

RÜCKENWIND FÜR DIE FORM

Ein oder zwei Wochen "Malle" gehören für viele Radsportler zur Trainingsroutine. Statt familiärer und beruflicher Verpflichtungen, einfach nur Rad fahren, Rad fahren und nochmals Rad fahren. Und das auch noch bei angenehmen Temperaturen, da kann man nicht viel falsch machen, oder?
Doch, man kann einiges falsch machen. Klar macht es Spaß, dem Winter-Blues davonzufahren und den Kilometerzähler rotieren zu lassen. Aber damit das Trainingslager bestmögliche Wirkung zeigt, sollte man einige Dinge berücksichtigen: 

1

Trainingsumfänge lassen sich nicht beliebig steigern. Die Vorbereitung auf das Trainingslager beginnt daher zu Hause. Mindestens vier Wochen vorher sollte man regelmäßig trainieren, besser aber sind drei Monate. Eine Verdoppelung des Trainingsumfangs im Trainingslager ist machbar, weil dort der Alltagsstress entfällt und insgesamt mehr Zeit für die Regeneration zur Verfügung steht. Aber von 0 auf 25 Stunden kann man nur gehen, wenn man die Intensität sehr, sehr niedrig ansetzt. 

2

Im Trainingslager zählt nicht nur Masse. Wer jeden Tag so lange und so schnell fährt, wie es nur irgendwie geht, macht sich fertig und wird nach der Rückkehr leicht krank. Auch im Trainingslager gilt es, die Prinzipien des Trainings zu berücksichtigen und auf ausreichende Regeneration und einen sinnvollen Aufbau des Trainings zu achten. Nur, wer das tut, fährt stärker heim als hin. 

3

Das Trainingslager ist nicht der Saisonhöhepunkt. Oder doch? Prüfen Sie Ihre Motivation. Wenn das Trainingslager als Baustein eines langfristigen Formaufbaus dienen soll, fährt man am besten nicht jeden Tag Rennen in der Speed-Gruppe, sondern teilt sich Länge und Tempo der Trainings ein – auch wenn das nicht immer zur Gruppendynamik passt. Das Training in der Gruppe ist nicht unproblematisch. Im Windschatten ist man schnell unterfordert, am Berg wird dafür umso mehr Gas gegeben. Gegen gelegentliches Kräftemessen ist nichts einzuwenden, aber man sollte zwischendrin auch lockerlassen, sich auf den Grundlagenbereich fokussieren und Ruhetage einplanen. 

4

Ganz wesentlich ist die Nachbereitung des Trainingslagers. Nach einer gewaltigen Steigerung des Trainingsumfangs – und das ist ein Trainingslager meistens – muss man sich zunächst gründlich erholen, um aus den gesetzten Trainingsreizen neue Stärke zu schöpfen. Dazu ist im gut trainierten Zustand mindestens eine Woche lockeres Training einzukalkulieren. 

Robert Kühnen am 10.04.2017
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