Arthrose im Sprunggelenk Arthrose im Sprunggelenk
Expertenrat

Radfahren bei aktivierter Arthrose

Stefanie Weinberger am 14.02.2014

Bis jetzt war beim Radfahren alles gut, aber plötzlich gibt es im Sprunggelenk eine schmerzhafte aktivierte Arthrose. Ob es Alternativen zur Operation gibt, erklärt Dr. Christian Merkl.

Bernd L. fragt zum Thema "Aktivierte Arthrose": Ich bin 71 Jahre alt, normalgewichtig und fahre zwei- bis dreimal die Woche Rennrad oder MTB. Seit vielen Jahren habe ich Arthrose im linken Sprung­gelenk, Radfahren geht gut, aber Gehen ist nur unter Schmerzen möglich. Jetzt wurde eine "aktivierte Arthrose" diagnostiziert. Ich konnte nicht mehr auftreten, wurde mit Infusionen stationär behandelt. Danach war die Ent­zündung weg, die Schmerzen sind geblieben. Welche anderen Heilungsmöglichkeiten gibt es, bevor ich an eine Operation denken muss?

Antwort von Dr. Christian Merkl: Bei Arthrose (Gelenkverschleiß) reibt sich der Knorpelüberzug der beteiligten Gelenkflächen ab. Zudem kann die Gelenkkapsel schrumpfen und die Stellung des Gelenks von den normalen Achsen abweichen. In der Folge lässt es sich meist nicht mehr gut und vollständig bewegen, und es ist weniger belastbar. "Aktiviert" nennt man eine Arthrose, wenn sich infolge von Überlastung ein Gelenkerguss bildet und sich das Gelenk entzündet – die Kapsel schwillt an und schmerzt. Oft ist damit auch ein sogenanntes Knochenmark­ödem verbunden, eine vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit im Knochen.

Der Grad der erhöhten Arthrose-­Aktivität wird in drei Stufen eingeteilt, nach denen sich die Therapie richten sollte: In Stufe 1 gibt man kurzfristig schmerzlindernde und entzündungshemmende Rheumamedikamente. Hilfreich sind auch Physiotherapie zur Mobilisation sowie eventuell Einlagen zur Achskorrektur. In Stufe 2 kann man Injektionen von Hyaluronsäure, Polynucleotid-Gel sowie einer aus dem eigenen Blut gewonnenen Eiweißlösung einsetzen. In Stufe 3 sollte man das Sprunggelenk zunächst ruhig­stellen und die Fußstellung korrigieren, etwa durch orthopädische Schuhe oder mithilfe einer Orthese.

Erst wenn dies alles ohne Erfolg bleibt, stehen operative Maßnahmen wie ­Arthroskopien, Teil- oder Komplettversteifungen oder eine Prothese zur Diskussion. In allen ­Phasen halte ich ein Training der ge­lenk­umgreifenden Muskulatur für notwendig, möglichst ohne Körpergewicht und ohne den betroffenen Abschnitt zu stauchen. Trainieren Sie angepasst weiter auf dem Rad, denn damit erhalten Sie die Restfunktion des Gelenks.

Dr. Christian Merkl

Dr. Christian Merkl: Dr. Merkl führt in Regensburg eine orthopädische Praxis mit den Schwerpunkten Sportmedizin und Osteopathie

Stefanie Weinberger am 14.02.2014